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 No Wedding

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Sakura
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BeitragThema: No Wedding   So 19 Nov 2017, 18:11

Steckbriefe:

Name: Gianna van Charworth
Alter: 21 Jahre
Prinzessin von Charworth
https://www.pinterest.de/pin/486740672202257135/



Name: Jonathan Dustanville
Alter: 26 Jahre
Prinz von Dustanville
https://www.pinterest.de/pin/349029039853865262/


Name: Charles
Alter: unbekannt
Bandit
https://www.pinterest.de/pin/251779435393828830/

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 19 Nov 2017, 18:42

Gianna


Hochragende Flammen, diese Schreie... Überall die verbrannten Leichen... Der Geruch verbrannten FLeisches stieg ihr in die Nase... Sie versucht zu rennen, doch es schien als könnte sie sich nicht von der Stelle rühren... Ihre Lunge zog sich zu, sie schien ihr förmlich die Luft abzudrücken... Schwarz vermummte Reiter mit Fackeln in der Hand ließen die Heuhütten in Flammen empor ragen... Sie versucht zu schreien, doch kein Ton glitt aus ihren Mund. Ihre Beine gaben nach. Sie fiel auf den Boden, vor ihr die Leiche eines kleinen Jungen... "Da ist sie...", hörte sie nur noch noch jemanden schreien. Das Donnern der Hufen auf den Asphalt wurde immer lauter, eine Hand griff nach ihren Arm..


Sie schreckte hoch... Alles war dunkel, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Ihr Brustkorb hebte und senkte sich schnell... Ihre Finger krallte sich tief in die Bettdecke, noch immer hatte sie diese Hand vor Augen... Diese Hand, die sie packen wollte... Ihr Herz klopfte wie wild gegen ihre Brust. Warum wurde sie von solchen Albträumen geplagt? Diese Frage stellte sich die junge Frau immer und immer wieder.
Es dauerte einige Minuten, bis sich die Silberhaarige wieder beruhigt hatte. Sie legte die Decke bei Seite und rutschte aus dem Bett hinaus. Ihre Füße berührten den kalten Steinboden, doch es war nicht kalt, es fühlte sich gerade so vertraut an.
So oft kam dieser Traum, so oft. Was wollte er ihr damit nur sagen?
Mutter würde jetzt sagen, dass Träume nur Träume seien und sie nicht immer ihre Gedanken mit so einen Schwachsinn verschwenden sollte. Doch sie war diejenige, die seit geraumer Zeit deswegen nicht mehr schlafen konnte. Nicht Mutter.
Langsam tapste das junge Mädchen zu dem Fenster und sah hinunter ins Königreich, wo nur noch das Nachtleben statt fand. Manchmal wünschte sich Gianna ein ganz normales Mädchen zu sein, um die Uhrzeit noch draußen zu sein und zu feiern. Doch ihr war es nicht gestattet. Sie war schließlich eine Prinzessin und der Ruf des Königreiches durfte nicht beschmutzt werden.
Dabei stellte sich ihr immer die Frage, welcher Ruf? Schon lange ließ niemand mehr irgendein gutes Haar an diesen Könighaus. Nicht umsonst mussten Sie und Ihre Schwester nun irgendeinen Prinzen zum Mann nehmen. Ein tiefer Seufzer entglitt ihr.
Der Wind wehte ihre langen Haare nach hinten und sie lauschte den Schritten draußen. Hektische Schritt, als hätte sie etwas verbotenes angestellt. Vater hatte sich also die Zofen wieder zur Brust genommen. Wie konnte Mutter ihn noch lieben?
Ihr Herzschlag hatte sich wieder mittlerweile wieder beruhigt und sie beobachtete die aufgehende Sonne, wie die Nächte zuvor schon. Das erhobene Königreich strahlte im Antlitz der Sonne. Ein zaghaftes Klopfen und die Prinzessin drehte sich herum. "Ja bitte?" "Prinzessin Gianna, guten Morgen, es wird Zeit für Ihr Bad! Die Prinzen reisen schon früh an..." Ja sie reisten früh an. Heute würde schließlich der Startschuss gegeben. Wie auf den Viehmarkt, wer die Drachenklaue mitbrachte, würde uns heiraten können. Billig. Aber wir konnten da nicht viel sagen, denn Vater wünschte es so.
Ich beglitt nun die Zofe ins Waschzimmer und ließ mir aus den Nachthemd helfen, ehe ich mich ins Wasser fallen ließ. Es würde eine Weile dauern, bis ich mein nächstes Bad nehmen würde. Denn heute waren die Prinzen nicht die einzigen die losreiten würde.

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 19 Nov 2017, 20:01

Steckbriefe:

Name: Daryaa van Charworth
Alter: 20 Jahre
2. Prinzessin von Charworth
Bild 1
Bild 2
Bild 3


Name: Torwin Beaumon
Alter: 23 Jahre
Earl of Norfolk
Bild


Name: ???
Alter: 26 Jahre
Bandit


Zuletzt von Eve am Mi 17 Jan 2018, 17:53 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: No Wedding   So 19 Nov 2017, 20:01

Daryaa

Genauso schlaflos wie Daryaa, war es einige Zimmer weiter ihre Schwester. Sie wusste, dass die Älter von Alpträumen heimgesucht wurde. Schon seit langem und sie konnte nichts dagegen tun. Ihre Mutter fand, dass ihre älteste Tochter sich davon nicht beeinflussen lassen sollte. Denn schon bald würde eine Schar Prinzen einreiten und dann hatten sie dafür zu sorgen, den besten Eindruck zu hinterlassen. Und dafür schickten sich Alpträume nicht, die einen schlecht schlafen und müde und ausgelaugt aussehen ließen.
Daryaa brauchte keine Alpträume, um dem Schlaf zu entsagen. Die ganze Nacht über war sie wach gewesen, hatte am Fenster gesessen, den Feiernden zugesehen und der Musik gelauscht. Dann war sie in ihr Bett gewandert, hatte sich von der einen auf die andere Seite gerollt. Schönheitsschlaf... Den bekam man nur, wenn man auch schlief. Ein Glück für das Königspaar, dass sie zwei von Natur aus bildschöne Töchter hatten. Daryaa bezweifelte nicht, dass es den Prinzen egal war, ob sie auch Verstand besaßen. Eine schöne Prinzessin war ein gutes Aushängeschild. Sie konnte auf Festen herumgereicht und zur Schau gestellt werden. Wie ein kostbar angefertigtes Schmuckstück, dessen Besitzer vor Stolz strahlte.
Ein letztes Mal für diese Nacht sprang sie wütend aus dem Bett. Sie wollte kein weiteres Schmuckstück in irgendeiner Sammlung sein. Sie wollte niemandem gehören, sie gehörte sich selbst! Auch, wenn das ihre Eltern anders sahen. Zum Glück aber nicht Gianna. Gemeinsam hatten sie einen Plan ausgeheckt und nervös rieb sich Daryaa bei dem Gedanken die Hände. Sie hoffte, dass alles gut gehen würde, dass ihre Vorbereitungen aufgingen und ihnen niemand ansah, dass sie gar nicht vorhatten, zu warten, bis einer der Anwärter mit der Drachenklaue zurückkam.
Sie zwang sich ruhig durchzuatmen, ging zu ihrem Holztablett am Fenstererker und nahm die kalte Teetasse zur Hand. Süßlich und fruchtig schmeckte der zu lang gezogene Tee. So, wie sie es mochte. Sie leckte sich die Lippen, noch ein Zeichen dafür, dass sie Nervös war. Ihr Blick fiel auf die aufgehende Sonne und wie sie Charworth in gold-orangenes Licht tauchte und die Stadt zum Brennen brachte. Genüsslich schloss sie bei den warmen Strahlen auf ihrem Gesicht die Augen. Diese Wärme tat so unsagbar gut. Ihr ganzer Körper war kalt, weil sie nur in ihr dünnes Nachthemd gekleidet war. Es bedeckte gerade einmal ihre Schultern und die Knie. Ihre Füße standen auf dem kalten Fliesenboden.
Wenn sie so aussah, wie sie sich fühlte, würden ihre Eltern Verdacht schöpfen. Nein, sie würden denken, sie sei wegen der Prinzen nervös. Schon eine Weile hatte sie ihrer Mutter vorgespielt, wie sehr sie sich auf die Anwärter freute. Das war natürlich gelogen und während ihr die Worte zäh über die Lippen kamen, schrie etwas protestierend in ihr auf. Doch egal was sie ihrer Mutter für Lügen auftischte, wenn sie ihr so unter die Augen kam, würde sie Ärger bekommen. Wenn sie es übertrieb, Schläge, gezielt gesetzt, so dass sie unter ihrer edlen Kleidung nicht auffielen. Seufzend stellte sie ihre Tasse zurück und ging in das angrenzende Bad. Ihre Zofe hatte sie schon gestern Abend entlassen, sie hatte Wichtigeres zu tun, als einer Prinzessin den Rücken zu schrubben.
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Sakura
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BeitragThema: Re: No Wedding   So 19 Nov 2017, 21:29

Gianna


Gianna versuchte gefasst und ruhig zu wirken. Das Milchbad umschmeichelte ihre Haut. "Prinzessin wir müssen sie weiter vorbereiten!" Ein Seufzen entglitt der jungen Frau, als sie aufstand und das Wasser an ihren Körper runter rang.  Sie sah aus der riesigen Scheibe. Es war unfassbar schön, dieser Sonnenaufgang. Die Zofe begann sie abzutrocknen, doch es gab Bereiche, da tolerierte es auch die Prinzessin nicht abgetrocknet zu werden. Zwei weitere Bedienstete betraten den Raum und kamen mit den hellblauen Gewand an, passend zu ihrer Augenfarbe. Während sie in die Korsage gebunden wurde, machte Gianna keinen Mucks. So wurde es ihr eingetrichert. Alles über einen ergehen zu lassen, doch heute war es vorbei. Heute begann die Rebellion. Ab heute würden sie selber für ihr Schicksal sorgen.
Während der Schnürrung, kämmte jemand ihr Haar durch, schminkte ihr Gesicht.
Noch ein paar letzten handgriffe und die Tür öffnete sich. Mutter stolzierte rein, stop gestylt. Natürlich nicht ihren Alter entsprechend. Ein Seufzen einglitt mir.
"Wunderschön siehst du aus, Gianna! Die Prinzen werden dir zu Füße liegen!"
Die Prinzessin erwiderte daraufhin nichts und die gesichtsmuskeln der alten Dame verhärteten sich.
"Gianna, ich dulde so ein Benehmen nicht!"
Ein störrischer Blick glitt zu ihr hoch.
"Ich werde hier zur Show gestellt, wie eine billige Kurtisanen und soll mich darüber noch freuen!"
Erstaunt über die Worte ihrer Tochter, war sie nicht. Schließlich redete sie schon immer so mit ihr. Die Zofen hielten die Luft an.
"Sie werden euch lieben und immer für Euch sorgen!"
Ein kurzes Lachen entglitt ihr.
"Sie werden für euch sorgen und mich vorführen, solange wie es Ihnen passt. So wie Vater dich!"
Ein lauter Knall ging durch den Raum.
"Gianna deine freche Art und Weise dulde ich nicht, sei froh dass die Prinzen schon da sind..."
Ein spöttisches Grinsen. Das hatte die Vase eindeutig nicht verdient.
"Komm zeig Ihnen doch mal, wie sehr du deine Töchter liebst!"
Ihr Gesicht lief rot an, während die Zofen das Glas aufsammelten.
Nein Respekt hatte sie durchaus nicht mit den Löffeln gegessen, zumindest nicht vor ihrer Mutter. Ihr Vater hatte da eindeutig den schlimmeren Schlag, aber um Konsequenzen musste die junge Frau sich erstmal keine Sorgen machen.
Doch bevor die Situation noch völlig eskalierte, kam ein bediensteter die Tür rein.
"DIe Pferde sind bereits gesattelt. Die Prinzen sind im Foyer und warten auf das Erscheinen der Prinzessinen!" Gianna lief an ihrer Mutter vorbei mit einem vielsagenden Blick. An der Tür die sie zu den Prinzen führte, hielt sie inne und wartete nun auf ihre kleine Schwester.
Das war der Moment. Der Moment worüber sie seit Wochen reden. Nachdem die prinzen aufgebrochen sind, werden auch sie aufbrechen.

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 19 Nov 2017, 22:24

Daryaa

Zitternd saß sie in der Wanne mit eiskaltem Wasser. Das hatte sie nun davon, dass sie ihre Zofe fortgeschickt hatte. Sie musste kalten Tee trinken und das Wasser war eisig. Rasch wusch sie sich, zu ihrem Glück war sie selten wirklich dreckig, weshalb sie schon nach wenigen Minuten dem Eiswasser entkam. Die Haare hatte sie nicht gewaschen und der Stand der Sonne verriet ihr, dass sie dazu auch keine Zeit mehr gehabt hätte. Obwohl sie nicht geschlafen hatte, konnte sie sich nicht eher aufrappeln, sich fertig zu machen. Nicht für die Prinzen, die Daryaa ihrer Sammlung schöner Dinge hinzufügen wollten.
Nicht nur fehlte ihr die Zofe beim Baden, sondern auch beim Ankleiden. Sie schlüpfte in ein grünes Kleid, das perfekt mit ihrer Augenfarbe harmonierte und versuchte die Schnürung am Rücken zu schließen. Vergebens strich sie sich den weichen Stoff wieder über die Hüften und lief zu ihrem Kleiderschrank, wo sie nach einem einfachen und schlichten Kleid griff, dass sie mit wenigen Handgriffen anzog. Es war Dunkelblau, eine Farbe, die ihre Mutter überhaupt nicht gerne an ihr sah, weil sie ihrer Schwester mit den blonden Haaren viel besser stand.
Wenn du es in deinem Leben zu etwas bringen willst, musst du immer hervorragend gekleidet sein! Sie hörte die Worte ihrer Mutter, als stünde sie direkt neben ihr. Zum Glück tat sie es nicht und wenn sie ihre Jüngste erblickte, würde es bereits zu spät sein, sie neu einzukleiden. Außer sie wollte die Anwärter zu spät begrüßen und das wollte sie gewiss nicht. Eine Königin verspätete sich nicht.
Daryaa band sich ein ebenso schlichtes Mieder um, was sie auf der Vorderseite schließen konnte und ihren Busen in den Vordergrund drängte. Vielleicht stimmte das ihre Mutter milde, oder es machte sie fuchsteufelswild, weil ihre Tochter dadurch wie eine der billigen Dirne ihres Vaters aussah. Bei dem Gedanken stahl sich ein Lächeln auf Daryaas Gesicht. Egal, was sie tat, ihre Mutter würde sie dafür nicht mehr bestrafen können, außer sie tat es direkt vor den Versammelten. Die Haare flocht sie von dem Hinterkopf aus zu einem langen Zopf und setzte sich dann ihren feingliedrigen Goldschmuck auf das Haupt. Ein bisschen Würde hatte selbst sie. Zu blöd nur, dass er sich mit den silbernen Abzeichen auf ihrem Kleid biss.
Anscheinend hatte ihre Rebellion schon einige Minuten vorher begonnen und sie entschuldigte sich im Geiste bei ihrer Schwester, dass sie vorauseilte. Doch Gianna würde ihr nicht böse sein, so wie Daryaa sie kannte, würde sie ihr zufrieden zunicken. Denn alles, was ihre Mutter verärgerte, befürwortete ihre Schwester.
Sie warf einen letzten, prüfenden aber nicht ernst gemeinten Blick in den Gold verzierten Wandspiegel. Das Haar schlicht, wie das einer Magd, die Haut so naturbelassen, wie die einer Bäuerin, die Kleider einer Prinzessin nicht würdig und die Farbwahl zum Erschaudern. Sehr schön, dachte sich Daryaa und glitt so elegant, wie ihre Mutter es sich wünschte, aus ihrem Zimmer.
Sie hatte alle Mühe, nicht loszulachen, als der Blick ihrer Schwester und kurz darauf der entstellte ihrer Mutter sie trafen. Noch immer schwebte sie über die roten Teppiche im Flur, als trüge sie ihr Hochzeitskleid höchst persönlich.
„Daryaa van Charworth!“, hörte sie ihre Mutter erschrocken Luft schnappen und es war ein Wunder, dass ihre schrille Stimme nicht bis zu den Anwärtern drang, „Du machst sofort kehrt und ziehst dir etwas Anständiges an!“
Daryaa hörte nicht auf das, was ihre Mutter sagte. Bei ihr angekommen, vollführte sie einen fehlerfreien Knicks und drückte rasch die Hand ihrer Schwester. Sie nickte ihr zu, als Zeichen, dass bis jetzt alles nach Plan lief.
Wenn die Königin zuvor Rot vor Wut war, dann kochte sie nun. Sie fasste ihre Jüngste so fest am Arm, dass sich ihre Fingernägel in das weiche Fleisch gruben. Ihr Griff war dabei so weit oben angesetzt, dass jedes Kleid ihre Wunden verdecken würde. Mit der anderen Hand zwang sie Daryaa sie anzusehen. Ihre Finger hatten sich um ihren Kiefer geschlossen und wenn die Königin sie nicht bald losließ, würden zwei rote Abdrücke rechts und links auf ihrem Gesicht prangen. Die Prinzessin hatte sich unter dem Griff versteift und sah ihrer Mutter abwartend ins Gesicht.
Ein Berater, der wie ein Schatten aus der Wandnische geglitten war, räusperte sich: „Eure königliche Hoheit, die Herrschaften warten.“
Ihre Mutter ließ sie los, doch nicht bevor sie noch einmal fest den Arm ihrer Tochter gequetscht hatte. Daryaa zog ihn rasch aus ihrer Reichweite, sie spürte wie Blut aus ihren Poren trat, jedoch nicht genug, als dass es das Kleid durchtränken und jeder die Schandtat ihrer Mutter sehen konnte. Sie presste die Lippen fest zusammen und stellte sich pflichtbewusst neben ihre Schwester, den Blick auf die großen Flügeltüren gerichtet, die sich nun öffneten und die beiden wie Vieh auf dem Markt präsentierten.
„Das wird ein Nachspiel haben!“, zischte ihre Mutter, „Für euch beide!“ Dann trat sie neben ihre Älteste und präsentierte sich mit einem übertriebenen Lächeln der Gesellschaft.
Das Sonnenlicht tauchte die Prinzessinnen in strahlendes Licht. Sofort verstummte der Lärm unter ihnen im Foyer und ein Dutzend männlicher Gesichter richteten sich auf die Prinzessinnen. Ein Raunen ging durch die Menge. Die Männer waren unterschiedlichen Alters und ihrer Kleidung nach zu urteilen, kamen sie aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Das Königspaar hatte in der Hinsicht gelogen, dass nur Prinzen die Chance erhalten würden, um die Hand ihrer Töchter anzuhalten.
Daryaa wusste, welchen Anblick sie abgab und sie verkniff sich ein Lächeln. Ihr Vater pflegte immer zu sagen, dass nur die inneren Werte zählten. Und weil man nicht lügen sollte, bekam er nun dafür die Rache. Sie war sich ziemlich sicher, dass Niemand für sie ins Rennen gehen würde, wenn er dafür die bezaubernde Gianna haben konnte. Und das würde die Pläne ihres Vaters durchkreuzen. Jetzt lächelte sie doch. Ganz schwach. Siegessicher.


Zuletzt von Eve am Di 21 Nov 2017, 17:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sakura
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BeitragThema: Re: No Wedding   Mo 20 Nov 2017, 16:43

Gianna



Es dauerte nicht lange und die Prinzessin drehte sich herum. Anmutig, grazil so präsentierte sie dieses durchaus schlichte Kleid, als wäre es etwas besonderes. Einen Humor, den Gianna bei ihrer jüngeren Hälfte sehr schätzte. Ein kurzes Lachen brach ihr aus. Ihre Mutter kochte, es fehlte nur noch, dass Dampf aus ihren Ohren trat. Dann war das Bild komplett.
Die Königin packte grob den Arm von ihrer Jüngsten und drückte zu. Die Kiefer der Ältesten pressten sich zusammen, bis die Zähne knirschten. "Lass sie los!", forderte sie ihre Mutter auf, die sie nicht für voll nahm. Am liebsten hätte Gianna ihr gerade den Hals umgedreht. Doch so viel Zeit blieb ihr nicht, als der Bedienstete zurückkehrte. "Du wirst es bereuen uns so angefasst zu haben!" Die Augen der Königin formten sich zu schlitzen und schenkten Gianna einen verachtenden Blick. Doch diesen hielt die junge Frau stand.
Die Flügeltür schwenkten auf und die Königin setzte ihren Weg fort. Dieses perfekte Lächeln, das perfekte Auftreten. Als würde in dieser Familie nie Unstimmigkeiten herrschen. Sie selbst hielt kurz inne, dann folgte sie. Bei den Anblick der beiden Prinzessinen wurde es still. Ein kurzer Blick zum König genügte. Dieses triumphierende Lächeln. Schon seit einer langen Zeit hatte die Älteste keine Liebe mehr für ihre Eltern empfunden. Sie waren grausam und taten für ihr Ansehen alles. Sie gingen sogar über Leichen.
Vor ihr tauchten die Prinzen auf. Nein, nicht nur Prinzen. Die erste Lüge. Langsam stolzierten sie die Treppen hinunter. Ihre Mutter wank den Prinzen zu, hielt beim König inne und schenkte ihn einen Kuss auf die Wange. Währenddessen befanden sich die Restlichen der königlichen Guarde noch auf der Treppe.Gianna fixierte jeden einzelnen von ihnen an. Nein sie konnte nicht bestreiten, dass sie alle abstoßend aussahen. Abstoßend war, dass sie bei sowas mitmachten, anstatt sich die Mühe zu machen, ihr Herz zu erobern. Was war aus der alten Schule geworden, wovon Großmutter immer sprach. Nichts.
Als die Beiden Prinzessinen nebeneinander standen, ging ein kurzes Getuschel los. Wenn Gianna es richtig aufgegriffen hatten, schienen sie gerade zu pokern, wer von ihnen beiden, ihre Gemahlin werden sollte. Ihre Hand ballte sich zu einer Faust, doch bevor sie irgendetwas sagen konnte, ergriff der König das Wort.
"Meine Lieben Prinzen, Earle und sonstige Anwärter. Darf ich Ihnen vorstellen. Das sind Gianna und Daryaa von Charsworth! Die Prinzessinen dieses Landes und nicht weniger als meine Töchter. Wie sie bestimmt in der Einladung vernommen habe geht es hier um einen Wettkampf. Zwei der Teilnehmer werden am Ende das Glück haben, um die Hand von einer der Beiden anzuhalten. Die Aufgabe ist so leicht, wie auch schwer. Wir möchten die Drachenklaue hoch oben auf den Berg von Weißlauf haben."
Kurz konnte man merken, wie manche Anwärter die Luft anhielten. Da hatten die beiden sich wirklich eine fast unlösbare Aufgabe ausgesucht. Diese Informationen wussten selbst die Schwestern bis zum jetzigen Zeitpunkt.
Aus den Augenwinkel konnte Gianna die Reaktion von Daryaa sehen. Sie war genauso schockiert wie sie selbst. Das war durchaus gefährlich, selbst der Weg würde schon eine schier unlösbare Aufgabe für die beiden Mädchen werden.
"Ich würde sie nun auffordern mit nach draußen zu kommen, dort sind ihre gesattelten Pferde!" Die Männermenge bewegte sich und auch die Königsfamilie setzten ihren Weg fort. Die Ältere spürte ein leichtes Kribbeln. Gleich kam ihre Chance. "Ihr bleibt hier, wir müssen gleich reden!" Seine Stimme klang nicht anders, doch die Prinzessin spürte, dass das nicht so gemeint war wie es klang. Die Pforte schloss sich hinter ihre Eltern und ein kurzer Blick glitt zu den ihrer Schwester. "Los gehts!" Damit rannten sie los zum Stall. Dort warteten schon die gesattelten und voll ausgestatteten Pferde. Das Kleid riss Gianna sich einfach von Leib und sah zu der Rüstung, die dort bereit hang. Was würden Sie nur ohne Sonja tun? Die einzige Zofe, der man vertrauen konnte und die den beiden half. Die Rüstung war gott sei Dank nicht aus Metall sondern aus einfachem Stoff, verarbeitet mit einem Leichtmetall, sodass die beiden Prinzessinen sich darunter bewegen konnte. Eine Sturmmaske bedeckte Ihre Haare. Den Helm setzte sie auf, der außer ihren Augen alles komplett bedeckte. Nun würde es beginnen. Zusammen führten sie die Pferde raus und Gianna setzte sich auf ihren schwarzen hengst. Sie tätschelte seinen Hals und nahm die Zügel auf. Nun würde das Abenteuer beginnen. Der Hengst wiehrte einmal laut, als würde er merken, dass ihm ein Abenteuer bevor stünde. Das Pferd tänzelte unruhig auf der Stelle, während Gianna auf Daryaa wartete.

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BeitragThema: Re: No Wedding   Mo 20 Nov 2017, 18:53


Daryaa

Ihr Schock darüber, dass sie einfachen Edelmännern zur Frau gegeben werden sollte, währte nicht lange. Denn es war egal, wer dort vor ihr stand. Wenn sie und ihre Schwester gewannen, würden sie endlich frei sein und Daryaa lag nichts ferner, als eine Ehe einzugehen, Kinder zu gebären und hübsch auszusehen, während ihr Mann die Verhandlungen führte, Abkommen traf und Verträge unterzeichnete.
Sie schaute unauffällig zu Gianna, die die Männer begutachtete. Auch sie schien von dem Schwindel ihrer Eltern nicht begeistert zu sein. Dabei ging es Daryaa nicht darum einen Prinzen irgendwann zum Gemahl zu nehmen, sie würde sich genauso mit einem Diener begnügen. Alleine die Lüge war hier das Problem und doch verwunderte es sie nicht, denn ihre Eltern taten alles, um ihre Ziele zu erreichen und da war eine Lüge das Geringste, was sie sich bisher geleistet hatten.
Ihr Arm schmerzte dort, wo bis eben noch die langen Fingernägel ihrer Mutter gewesen waren. Obwohl es nicht das erste Mal war, tat es jedes Mal aufs Neue weh. Gianna hatte es geschafft, ihren Schmerz einzuschließen und dafür beneidete sie ihre ältere Schwester.
Ihre Mutter begrüßte den König mit einem liebevollen Kuss und dabei zogen sich Daryaas Eingeweide zusammen. Das war ein Theater, nur um das Volk und nun auch die Anwärter bei Laune zu halten. Sie gaukelten ihnen falsche Liebe vor, dass auch ein Königspaar glücklich sein konnte und nicht nur durch Zwangsvermählung aneinander gebunden war. Sie heuchelte den Männern dort unten eine falsche Hoffnung vor.
Doch was noch viel schlimmer war, als all die Lügen und Intrigen: die tatsächliche Aufgabe dieses Wettkampes. Mit angehaltenem Atem starrte sie geradeaus, versuchte das äußere Bild zu wahren, das ihr mit dem Stock eingetrichtert wurde, wenn sie ein wenig zu weit durchgebogen stand oder das falsche Lächeln aufgesetzt hatte. Jetzt stand sie kerzengerade, die Hände vor dem Schritt leicht ineinander verschränkt und die Lippen zu einem freundlichen aber keinen Falls einladendem Lächeln verzogen. Nur das Zucken um ihre Mundwinkel herum signalisierte ihrer Schwester, dass sie mit dieser schier unlösbaren Aufgabe nicht gerechnet hatte.
Sie räusperte sich und nickte unmerklich, zum Zeichen an Gianna, dass sie es trotzdem schaffen würden. Ihr Wille war stark und ihr Vorhaben gut geplant, sie durften und konnten jetzt nicht aufgeben. Nicht ganz so erhaben, wie noch zuvor im Flur, folgte sie, gemäß ihrer Position an letzter Stelle, dem König hinaus zu der Schar Pferde. Doch bevor Gianna und sie durch die großen Eisentüren treten konnten, befahl der König ihnen an Ort und Stelle zu bleiben und hinter der Königin wurden die Türen von Wachsoldaten geschlossen. Das laute Knallen riss Daryaa aus ihrer Starre. Sie sah zu ihrer Schwester, die keine Zeit verstreichen ließ und folgte ihr durch die Geheimgänge zu den königlichen Ställen.
Sie mussten sich beeilen, wenn sie nicht zu spät zu der Truppe dazu stoßen wollten, denn das hätte zur Folge, dass man sie nicht mehr aus dem Palast ließ. Und dann würde ihr Vater zurückkehren und ein leeres Foyer vorfinden. Er würde eins und eins zusammen zählen und auf die Idee kommen, dass seine Töchter sich gegen ihn verschworen hatten und dann würde sie niemand mehr vor seinem Zorn beschützen können. Die Wunden, die er ihnen zufügen würde, würden bis zur Rückkehr der Männer längst verheilt sein. Denn diese Reise würde sie einige Wochen beschäftigen.
Daryaas Wangen waren vor Aufregung gerötet und sie riss sich bei den Ställen angekommen, das Mieder vom Leib, schlüpfte aus dem Kleid und glitt in die weiche, an den Knien von Leichtmetall gefüllte Lederhose, die ihre Zofe Sonja ihr hinhielt. Zwischen Hose und Hemd, hielt Daryaa die Hände ihrer Zofe fest und küsste sie auf die Wange: „Danke. Danke.“, sie war sprachlos. „Du hast den Namen, den ich dir gegeben habe? Such ihn, dort bist du in Sicherheit!“
Daryaa war nicht so naiv zu glauben, dass ihre Eltern glaubten, ihre Töchter hätten das alles alleine geplant. In den letzten Wochen standen sie so unter Beobachtung, dass ihnen dazu die Zeit gefehlt hätte. Ihre Zofe musste verschwinden und das sofort. Sie wartete daher auf die Bestätigung und als Sonja nickte, ließ sie sich das Hemd überstreifen. Dann folgte der Brustharnisch und sie war in diesem Moment froh, kaum weibliche Rundungen zu haben. Für später steckten Bandagen in ihren Satteltaschen, sodass sie sich und ihrer Schwester die Brüste abbinden konnte.
Sie zog sich die Maske übers Gesicht und stopfte ihren langen Zopf unter den Stoff. Nicht umsonst hatte sie ihn geflochten, so würden ihr die Haare weniger Ärger bereiten. Der Helm war schwerer, als sie erwartet hatte und drückte auf ihren Kopf.  Sie würde sich an die einschränkende Sicht gewöhnen müssen.
Wehmütig warf sie einen Blick zu der Box, in dem ihr Wallach stand. Ihre Eltern würden dieses besondere Pferd mit der Silber schillernden Mähne sofort erkennen und dann wäre ihre Flucht beendet, noch bevor sie begonnen hatte. Deshalb schwang sie sich auf einen fuchsfarbenen Rappen, den sie heimlich seit mehreren Wochen eingeritten hatte. Sie sah ein letztes Mal zum Schloss zurück, dann zu Sonja und schließlich zu ihrer Schwester, der sie zunickte. Die Fersen hieb sie dem Pferd in die Flanken und es preschte los. Vorbei an verwunderten Stallburschen und weil die Wachmänner das Tor nicht schnell genug öffneten, nahm sie die Zügel fester in die Hand, lehnte sich dich an den Körper ihres Hengstes und für den Moment, indem sie sprangen, fühlte sie sich vogelfrei.
Die Holztür wurde von den Hinterläufen ihres Fuchses erwischt und Holzspäne stoben in alle Richtungen. Daryaa warf einen Blick zurück und direkt an ihren Fersen heftete Gianna. Sie umrundeten den Palastgarten. In der Ferne, nahe der Palasttore stoben Staubwolken auf. Die Anwärter mussten losgeritten sein. Noch einmal trieb sie ihren Hengst an, fegte mit ihm wie ein gewaltiger Sturm an den Rosenbüschen vorbei und ließ ihr bisheriges Leben hinter sich. Jetzt galt es nur noch, die Drachenklaue zu bekommen. Besser gesagt, zwei, eine für sie und eine für Gianna. Ansonsten, dachte Daryaa, würde sie um die Hand ihrer Schwester anhalten.
Sie zügelte ihr Pferd erst, als sie die Truppe vor sich aufragen sah und fädelte sich dann geschickt in deren Reihen ein. Bis zum Tor ritten alle noch gesittet und sie war sich sicher, dass sich das ändern würde, sobald sie die Stadtgrenze passierten. Und dann waren sie hindurch. Sie sah zu ihrer Schwester, die nun gemächlich neben ihr ritt. Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, dass bis zu ihren Augen reichte.
Hoffentlich fielen sie durch ihre zierliche und kleine Gestalt nicht so sehr auf. Daryaa hatte nicht nur Männer unterschiedlichen Alters gesehen, wo dem einen vor Jugend strotzend noch der Bart fehlte, wuchsen dem anderen bereits graue Haare, sondern auch unterschiedlicher Statur. Trotzdem wurde sie den Gedanken nicht los, dass sie und ihre Schwester aufgrund dessen, als leichte Beute anzusehen waren. Denn eins war klar, es würden auf diesem Weg mehr Männer sterben, als überleben und die wenigsten würden durch die Natur umkommen.
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BeitragThema: Re: No Wedding   Mo 20 Nov 2017, 20:31

Gianna


Sie hatten es geschafft, tatsächlich geschafft. Das erste Mal in Freiheit ohne Leibwächter. Es fühlte sich so befreiend an, als ob all die Last der letzten Jahre mit den letzten Sprung von ihr gefallen wären. Ein echtes Lächeln unter dieser schwarzen Maske. Das Beben des Rappen auf der Erde, durchdrang ihren ganzen Körper. Es war ein unfassbar schönes Gefühl. Sie konnte es kaum glauben. Ihre Lebensfreude war wieder zurück. Am liebsten hätte Gianna geschrien vor Freude, doch das unterließ sie schnell.
Nach ein paar Kilometer hielt die Truppe an. Die Gruppe spaltete sich auf, sodass jeder stand sich gegenüber stand. Der Rappe unter der Prinzessin begann wieder nervös zu tänzeln, als der erste sprach.
Ein prächtiger weißer Schimmel stolzierte in die Mitte. Ein selbstsicheres Lächeln legte sich auf die Lippen des jungen Mannes, der auf ihn thronte. Lackritzschwarze Haare und goldene Augen. Ein strenger Blick. Dieser Mann wusste genau, was er wollte und das war eindeutig keine Freundschaften schließen.
Die Männer wurde unruhiger, als der Schwarzhaarige begann zu sprechen. Sein Pferd lief dabei dicht an den der anderen vorbei. Provokativ.
"Ich weiß zwar nicht, was ihr hier alle wollt, aber der Spielplatz ist ganz woanders!" Ein selbstsicheres Grinsen umschmeichelte seine spitzen Lippen. "Ich teile nicht gerne und so wie ich die Situation hier einschätze, hat hier über die Hälfte überhaupt keine Kampferfahrung! Ihr macht mit, weil dort ein paar hübsche Frauen sind, die über eure Liga sind nicht wahr?" Niemand antwortete ihn nur ansatzweise.
Der weiße Hengst hielt vor uns inne, nein eher vor Daryaa. Der Mann sah ihr eindringlich in die Augen und  grinste dabei heimtückisch. "Nicht jeder hier ist das, für was er sich ausgibt, nicht wahr, Fremder?", fragte er Daryaa nun direkt. Hatte der Schwarzhaarige etwa Verdacht geschöpft? Irgendwie musste die Ältere die Situation entschärfen, doch sie hatte keine Idee.
Doch dann begann der Rappe zu schnauben und zu stampfen, als der weiße Hengst an ihm vorbei wollte. Spielerisch lenkte der Unbekannte sein Pferd auf die Seite. Nun stand er zu Gianna, angesicht zu angesicht. "Wer seid ihr also bitte?" DIese Frage war direkt auf uns gerichtet. "Ihr glaubt auch, es würde niemand merken, dass ihr euch fälschlicherweise unter gemischt habt oder?" Die Prinzessin erschrak kaum merklich und ihr Herz polterte leicht gegen ihre Brust. Doch sie schenkte ihm keine Antwort. Daraufhin zog der Schwarzhaarige sein Schwert und hielt es ihr an die Kehle hielt. Jetzt bloß keine Schwäche zeigen. Doch das war leichter gesagt, als getan.
"Nicht einmal seine Waffen hat er an der Hand. Was für Anfänger. Willst du hier draufgehen, Kleiner? Nimm doch mal deine Maske runter und zeig uns dein wahres Gesicht!", forderte er mich nun auf und der Rappe wich ein Stück zurück. Gianna hatte das Gefühl, als würde jeder ihr Herzschlag hören können. "Hör auf Jonathan! Sie sind es nicht wert!" , kam es nun von einer anderen Ecke.
Einen kurzen Moment hatte Gianna das Gefühl, dass Jonathan ein Menschenleben mehr oder weniger nicht wirklich interessierte.
Auf einmal wurde das Schwert vor mir in die Luft geworfen und besagter Jonathan, packte es am griff und legte es in die Scheide zurück.
"Ich gib euch einen guten Rat, meine Lieben. Kommt mir nicht in die Quere, denn alles was ich möchte kriege ich auch. Verstanden?" Die Ältere brauchte einen Moment bis sie nickte. Dann lief dieses riesige Pferd weiter.  Ihr Herz raste weiter und sie stützte sich an den Rappen ab. Das war eine wirklich brenzlige Situation. Sie wussten, dass es schwer werden würde, aber mit sowas hatten sie nicht gerechnet.
"Ich gib euch einen guten Rat, kommt mir besser nicht in die Quere, jeden den ich sehe wird getötet, da gibt es auch keine Ausnahmen!"
Damit gab er den Schimmel die Seiten und ritt davon. Immernoch hatte sich Gianna noch nicht von diesen Schreck erholt. Sie war sich auch nicht ganz sicher, ob er nicht doch was bemerkt hatte und es nur nicht aussprach. Aber sie traute sich nicht zu reden, schließlich konnte sie ihre Stimme nicht verstellen. Doch sie war froh, dass dieser unheimlichliche Prinz verschwunden war.

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BeitragThema: Re: No Wedding   Mo 20 Nov 2017, 22:05

Daryaa

Sie genoss das Peitschen des Windes um sich herum und hätte am liebsten den Helm abgenommen, damit ihre Haare wie eine Fahne hinter ihr her wehen konnten. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl, nicht die prüfenden und strengen Augen ihrer Mutter im Nacken zu spüren. Sie war zum ersten Mal ohne die Begleitung der Wachen außerhalb der Palastmauer – und selbst dort hatte sie stets einen treuen Begleiter gehabt, wenn sie sich in der Bibliothek oder den Gärten aufhielt. Ständig war dort ein Schatten gewesen, der sie beobachtet und alles notiert hatte. Und jetzt? Gab es nur noch ihren Wallach und ihre Schwester.
Sie könnte sich immer an dieses freie Gefühl gewöhnen und fand es ernüchternd, dass die Truppe einige Meilen von der Stadt entfernt anhielt. Giannas Rappe tänzelte nervös auf der Stelle. Ihr Fuchs hingegen schien nicht so sensibel auf Gefahren zu reagieren oder wusste sie einfach nicht einzuschätzen.
Sie bemühte sich um eine gerade Haltung, die sie größer wirken ließ und ihr Blick schwenkte über die Männer. Einer brach aus dem Kreis musternder Gesichter aus und ritt auf seinem weißen Schimmel in den Kreis. Sein Antlitz verriet, dass er wohlhabend und von sich ziemlich überzeugt war und seine Worte bestätigten ihr diesen Eindruck. Wenn er hübsch war, so machte seine Art das alles zunichte. Angewidert verzog sie unter dem Helm ihr Gesicht und am liebsten hätte sie Gianna angetippt und ihr die Gedanken mitgeteilt.
Bei seinen Worten, zog sich alles in ihr zusammen. Er erinnerte sie zu sehr an ihre Eltern, die genauso von sich eingenommen und besitzergreifend waren. Er war der perfekte Kandidat für eine Schmuckvitrine, in die er sie oder Gianna stecken konnte. Ein hübsch anzusehender Vogel in einem goldenen Käfig. Nur singen konnte sie nicht, aber so wie sie ihn einschätze, würde ihn das auch nur stören. Er würde ihr bei dem ersten schiefen Ton die Zunge rausschneiden.
Ihre Grimasse verschwand, als der Reiter die Kreismitte verließ und direkt vor ihr stehen blieb. Jetzt begann auch ihr Fuchs unruhig von einem Bein auf das andere zu treten. Nicht nur der Mann provozierte die anderen, auch sein Pferd stand ihrem so nahe gegenüber, dass sie betete, es drehe nicht durch.
Seine goldenen Augen brannten sich in ihre grünen und sie hatte das Gefühl, als ob er ihr bis auf die Seele sah. Auf ihre Seele und erkannte, dass hinter diesen zu fein gezeichneten Augen eine Frau und kein hübscher Jüngling steckte. Bei seinen Worten fühlte sie sich ertappt und sie wollte vor Nervosität die Zügel loslassen und sich die Hände reiben, zwang sich jedoch sie dort zu belassen, wo sie waren. Sie wollte ihm ins Gesicht schreien, dass wenn nicht sie, hier überhaupt keiner das Recht hatte hier zu sein, weil sie keine billige Ware war, die man an den Meistbietenden verkaufen konnte. Stattdessen biss sie sich auf die Lippe und verkniff sich den Kommentar.
Bevor die Situation eskalieren konnte, ritt der Fremde weiter. Zu ihrem Entsetzen blieb er diesmal vor Gianna stehen. Ihre Lippe musste erneut dran glauben, ihre Schwester würde dem Kerl gleich in den Hintern treten und dann würde ihre Tarnung auffliegen. Die Männer würden sich auf sie stürzen und in der Hoffnung auf eine Belohnung sie zurück nach Charworth schleifen. Sie schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein.
Geh nicht darauf ein Gianna, halt einfach deine Klappe, dann wird er schon weiter ziehen.
Sie war stolz auf ihre Schwester, dass sie auf die höhnenden Worte nichts erwiderte. Bei dem Klang von Stahl riss Daryaa die Augen auf und sah den Fremden entsetzt an. Wollte er an ihnen etwa ein Exempel statuieren? Sie musste dazwischen gehen – nur, Sonja hatte es nicht geschafft an den Wachen der Waffenkammer vorbeizukommen und so blieb ihr lediglich der Dolch in ihrer Satteltasche und war damit unerreichbar. Zu allem Überfluss hatte er auch noch Recht. Sie waren ohne Waffe unvorbereitet und wie man sah in so einer Situation unterlegen.
Zum Glück mischte sich jemand zu ihren Gunsten ein. Daryaa sah sich sofort um, konnte den Sprecher aber nicht finden. Es waren einfach zu viele Männer. Zu viele Männer, für zwei Frauen. Ob sie es jemals schaffen würden? Schon allein den Berg hinauf?
Dann flog dieser tödliche Stahl in die Luft und für einen Moment glaubte sie, er würde ihre Schwester erdolchen. Gekonnt fing der Fremde das Schwert auf und verstaute es dort, wo es hingehörte, sicher in der reich verzierten Schwertscheide.
Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust und unter dem Helm hatte sie zu schwitzen begonnen. Besorgt sah sie zu Gianna, als der Schimmel aus ihrer Reichweite war. Sie sah ihr tief in die Augen und wandte dann ihr Pferd ab. Es war besser, wenn die beiden nicht als Gemeinschaft auftraten. Daryaa würde sich immer in Giannas Nähe aufhalten, doch zusammen würden sie leichte Beute für Feinde abgeben. Denn wer einen Verbündeten hatte, war auch verletzlich. Sie ritten in einem flotten Trab weiter und Daryaa hielt nach dem Retter die Augen auf. Ob er sich neben dem Fremden aufhielt? Nur fand sie den Fremden nicht mehr, er musste an vorderster Front reiten.
Es dauerte nicht lange, da lichtete sich der Trupp und Reiter nahmen einen anderen Weg. Eigentlich war sie davon ausgegangen, dass die Aufgabe eine andere war und so waren sie nicht vorbereitet. Grob wusste sie durch den Geographieunterricht, wo der Berg lag, die Frage war nur, wo sie eine Drachenkralle her bekamen. Oder würden sie auf dem Berg auch die Kralle finden? Sie musste mit Gianna sprechen, sobald es die Zeit zuließ. Am besten heute Nacht, wenn alle schliefen.
Die Sonne kündigte gerade den Mittag an, bis sie unterging, würde sie die Zeit sinnvoll nutzen müssen. Etwas weiter Abseits hielt sie ihren Fuchs an und stieg ab, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass keiner in der unmittelbaren Nähe war und ihr somit gefährlich werden konnte. Erst, als sie auf dem mit Moos bedeckten Untergrund stand, fiel ihr auf, wie damenhaft sie abgestiegen war. Das musste sie ändern, sofort. Zähneknirschend wandte sie sich ihren Satteltaschen zu und durchwühlte sie. Sie fand Brot, Äpfel, einen Kanten Käse, Dörrfleisch. Das war das Mahl von Soldaten, nicht das einer Prinzessin. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen, als sie an die feinen Sahnespeisen und das in Soße getunkte Fleisch dachte. Ihr Magen knurrte zustimmend. Sie hatte keine Zeit zum Frühstücken gehabt und das Loch in ihrem Bauch wollte gefüllt werden. Damit sie essen konnte, würde sie den Helm abnehmen müssen und dieses Risiko wollte sie nicht eingehen. Noch immer fiel es ihr schwer, durch die schmalen Schlitze nach rechts und links zu sehen. Vielleicht übersah sie jemanden, der sich versteckt hielt. Das konnte sie nicht riskieren. In der anderen Tasche fand sie den besagten Dolch, einen dicken Umhang und Wechselwäsche. Sonja war wirklich ein Schatz.
Den Dolch ließ sie in ihren Stiefle gleiten, dort würde er sie beim Reiten nicht behindern. Kalt und schwer lag der Griff an ihrem Bein an und mit der Waffe am Körper fühlte sie sich unwohl. Die Ansage von dem Fremden hatte ihr jedoch gezeigt, dass es notwendig war. Am besten, sie kam schnell an eine Waffe, nur wie?
Sie hörte Hufgetrappel. Als sie sich zur Seite drehte, war es schon zu spät. Eine in schwarz gehüllte Gestalt fegte an ihr vorbei und hieb mit dem Schwert nach ihrem Kopf. Noch so eben konnte sie sich ducken, damit das Schwert nicht ihren Hals, sondern ihren Helm traf. Mit voller Wucht erwischte er sie. Daryaa taumelte rückwärts, bis sie stolperte und auf den Boden aufschlug. Der Helm vibrierte von dem Schlag und ein hohes Klingen hallte in ihren Ohren wider. Etwas Feuchtes rann ihr über das Ohr und sie glaubte unter dem Helm keine Luft zu bekommen. Nach Luft schnappend lag sie einen Moment ganz still, dann rappelte sie sich der Gefahr bewusst werde, wieder auf und sah den Reiter nur noch von hinten.
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BeitragThema: Re: No Wedding   Do 23 Nov 2017, 20:46


Torwin

Er blinzelte gegen die Müdigkeit an. Seine Berate hatten ihn die letzten Tage mit Aufgaben nur so überschüttet. Er war jeden Morgen vor Sonnenaufgang aufgestanden und erst spät in der Nacht ins Bett gefallen, wenn die Sterne schon hoch am Himmel standen. Alles musste erledigt sein, bevor er für ungewisse Zeit aufbrach. Dabei fielen seinen Beratern Aufgaben ein, die sie sonst ohne seine Hilfe entscheiden konnten. Er hatte das Gefühl, als wollten sie nicht, dass ihr Earl an diesem Wettkampf teilnahm. Ein Earl kämpfte nicht um die Hand einer Frau, er nahm sie sich einfach. Und wenn er dazu nicht in der Lage war, dann verhandelte er, aber er kämpfte nicht. Und schon gar nicht mitten in der Pampa, in einem anderen Landstrich. Das schrie förmlich nach einem Hinterhalt.
Und trotzdem hatte Torwin sich dazu entschlossen, Teil dieses Rennens zu werden. Er wusste selbst nicht genau wieso. Vielleicht hatte ihn die Schreibtischarbeit mit der Zeit ermüdet. Vielleicht wollte er auch nur mal wieder etwas erleben, was nichts mit seinen Pflichten zu tun hatte. Vielleicht war er auch neugierig auf die Prinzessinnen. Eigentlich hatte er für so einen Wettkampf die letzten Tage zu wenig geschlafen, zu wenig gegessen und zu wenig trainiert.
Erst, als sich die großen Flügeltüren öffneten, konnte er seine Müdigkeit abschütteln. Sein Blick war zwischenzeitlich desinteressiert über die Dutzend Männer gewandert, die mit ihm im Foyer standen. Ebenso wurde auch er gemustert. Dann richteten sich alle Augenpaare auf die beiden Königskinder. Die eine, so strahlend vom Antlitz, wie ein kostbares Juwel, die andere so schlicht wie seine Küchenmagd. Er schmunzelte.
Torwin stand in der Mitte der Gruppe und war zu weit weg, um Einzelheiten erkennen zu können, aber nicht so weit entfernt, als dass ihm die Schönheit der beiden Prinzessinnen entgangen war. Die Männer um ihn herum raunten und einige leise Pfiffe waren zu vernehmen. Dann folgte die Ansprache vom König und er hätte beinahe gelangweilt gegähnt, bis – er hörte, was ihnen bevorstand, um eine der Prinzessin heiraten zu dürfen. Der König wollte eine Drachenklaue. Beine hätte er gelacht. Er zog sich die Kapuze noch tiefer ins Gesicht, damit keiner sein erheitertes Gesicht sah und begann zu überlegen. Drachen waren schon seit einigen Jahren ausgestorben, das wusste jeder. Er könnte sich höchstens auf die Suche nach einem toten machen, der noch nicht völlig zersetzt war.
Bevor er sich das Ganze richtig überlegen konnte, wurde er mit der Schar nach draußen getrieben, wo wie angekündigt, bereits gesattelte Pferde standen. Er nahm eine schwarze Stute, die ihn wachsam musterte und schnaubte, als er sich ihr näherte. Sie war kein alltägliches Pferd, das war schon mal gut. Sicherlich würden einige der Mitstreiter ausfallen, weil ihre Gäule den Dienst versagten. Und wieder ließ er sich mit der Menge mitreißen, trieb seine Stute an und gliederte sich unauffällig unter die Reitenden ein. Noch konnte er umdrehen, einfach Charworth umrunden und nach Hause reiten, sich in sein federweiches Bett werfen und den Tag verschlafen.
Dann tauchten zwei Reiter auf, die sich der Gruppe anschlossen. Zuerst dachte er an Gardisten, doch je näher sie kamen, umso deutlicher wurde, dass diese schmächtigen Kerle zu keiner Einheit der Königsfamilie gehörten. Sicherlich nur zwei Nachzügler. Generell hatten sie keine Begleiter, die ihren Fortschritt festhielten, oder ihnen mit der Verpflegung unter die Arme griffen. Sie waren auf sich allein gestellt.
Nicht weit vom Schloss entfernt, jedoch weit genug, wurde die Gruppe langsamer. Nun, da es ernst wurde, musterten die Männer sich in einem geschlossenen Kreis. Der Möchtegern Anführer trat aus dem Ring und hielt eine kleine Ansprache, bei der Torwin am liebsten die Augen vor Langeweile geschlossen hätte, selbst als die harten und völlig ernst gemeinten Worte fielen. Er blinzelte und betrachtete den Reiter aufmerksam. Von dem würde er sich fern halten. Das hier war zwar in gewisser Weise ein Spiel, sein Leben jedoch allemal nicht wert. Und so mancher verlor halt auch nicht gerne im Spiel. Das würde er sich merken.
Torwin wusste nicht, was der Reiter damit bezwecken wollte, dass er vor den Knilchen mit der edlen Rüstung und den Helmen hielt und sie versuchte aus der Reserve zu locken. Doch das lenkte nun auch seine Aufmerksamkeit auf die beiden Nachzügler. Sie trugen die gleichen Rüstungen, wenn auch in unterschiedlicher Größe. Der eine ritt einen Rappen, der andre einen Fuchs. Die Tiere waren gut genährt und das Fell glänzte. Nervös tänzelte das eine auf der Stelle, das andere stand wie erstarrt da. Das Gemüt des Reiters schien auf das Pferd überzugehen oder umgekehrt.
Irgendetwas an den beiden Kerlen war seltsam. Sie reagierten auf keine einzige Provokation, warteten geduldig ab und als sich die Gruppe wieder in Bewegung setze, warfen sie sich einen kurzen Blick zu. Dann preschte der Fuchs davon. Torwin schnalzte mit der Zunge und seine Stute setzte sich ebenfalls in Bewegung. Unauffällig lenkte er sein Pferd näher an den Fuchs.
Die Männer teilten sich an einer Weggabelung auf. Ihm standen viele Wege zur Auswahl. Der Rappe trudelte weiter hinten rum, der Reite auf dem Fuchs folgte dem Möchtegern Anführer. Er beobachtete die Situation, zog den dunklen Umhang fester um sich, setzte die Kapuze auf und trieb die Stute an.
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BeitragThema: Re: No Wedding   So 26 Nov 2017, 13:11

Gianna
Ein kurzer Blick zu ihrer Schwester genügte. Aufteilen. Der Fuchs setzte sich in Bewegung und galoppierte an der Weißhaarigen vorbei. Gianna schloss für einen kurzen Moment die Augen. Sie würde lügen, wenn sie sagen würde, dass das die Beste Idee war, aber sie hatten keine andere Wahl. Der Prinz mit den goldenen Augen hatte die Beiden nun offiziell als schwächstes Glied der Reisenden erklärt und somit waren sie leichtes Ziel für den Rest der Truppe. Sie konnten einfach nichts mehr riskieren. Der Rappe tänzelte nervös auf der Stelle. Automatisch glitt ihre Hand über seinen muskulösen Hals. Doch sie würden es schaffen. Dann trieb sie den Hengst vorwärts, zog an ein paar Reitern vorbei und bog in einem Waldstück ab. Paar vereinzelte Reiter waren auch diesen Pfad gegangen. Die Prinzessin hielt sich dabei etwas auf Abstand, folgte ihn unauffällig. Doch irgendetwas war komisch. Sie konnte sich es nicht erklären, doch sie hatte das Gefühl, dass sie jemand beobachtete.
Als der Abend anbrach suchte sie sich einen Platz zum Übernachten, nicht allzu weit weg von den Anderen. Sie sattelte den Rappen komplett ab und ließ ihn freilaufen. Das Vertrauen zwischen ihr und diesem Tier war schon seit Jahren sehr eng. Schon von klein auf, hatte sie den Rappen bei sich. Sie hatte ihn trainiert und gepflegt. Etwas wovon der König nicht begeistert war. Das Training der Pferde war Aufgabe der Stallburschen, waren seine genauen Wortlaute. Doch dieser Hengst war ihr ganzer Stolz. Shadow war der einzige Freund der Prinzessin, außerhalb ihrer Schwester, den sie sich immer anvertrauen konnte.
Ihre azurblauen Augen beobachteten Aufmerksam die Umgebung. Die Männer hatten sich ein Feuer gemacht, vor dem sie sich nun niederlegten. Währenddessen durchwühlte sie gierig die Satteltasche und fand etwas Dörrfleisch und Wasser. Nicht gerade einer Prinzessin würdig, aber das spielte in so einer Situation auch keine Rolle. Sie biss in das unappetitliche Stück Fleisch und kaute darauf rum, während sie hoch zu den Bergen sah. Der Weg war lang und ab einem gewissen Punkt würden auch die Mitstreiter nicht mehr so friedlich miteinander umgehen. Dessen war sich die Prinzessin sicher. Vor lauter Erschöpfung legte sie ihren Oberkörper gegen den Sattel und schloss etwas die Augen. Ein bisschen Ruhen für den nächsten Tag, würde ihr ganz sicher guttun.  
Mitten in der Nacht hörte man auf einmal einen lauten Schrei. Ein paar Vögeln flogen hoch empor und Gianna schrak schweiß gebadet hoch. Ihre müden Augen konnten durch die Dunkelheit im ersten Moment gar nicht realisieren, was passiert war. Lautes Hufgeklapper, Geschrei und Feuer. Gianna hatte im ersten Moment das Gefühl, als würden ihre Sinne der Prinzessin einen Streich spielen. Doch als ihr Sichtfeld sich verschärfte, erkannte sie die Umrisse der Anderen. Nein, es waren mehr. Ihre Augen gewöhnten sich nur langsam an die Dunkelheit. Als sie erkennen konnte, was dort wirklich statt lief, hielt sie sich den Mund zu. Fast hätte auch sie geschrien.
Im Antlitz des Feuers konnte sie sehen, wie einer der Prinzen vor den Vermummten kniete und bettelte. Sie waren zwar weit entfernt, doch Gianna konnte hören, was sie sagten. Er bettelte um sein Leben. Gianna wollte ihnen zur Hilfe eilen, doch was sollte sie bitte ausrichten. Sie hatte nicht einmal eine Waffe. „Ein wunderschöner Wettkampf um die Gunst zweier Kurtisanen, die Euch niemals lieben werden. Ein schöner Grund für den Tod, nicht wahr?“ Der Prinz sah schockiert zu den vermummten Mann hinauf. „Der König wusste, dass er euch durch unser Gebiet schickt für diese Drachenklaue, was denkt er sich nur dabei!“ Er zog das Schwert aus der Scheide, ehe er zu dem gefesselten Mann sah und grinste. Shadow machte keinen einzigen Mucks neben mir. „Du wolltest für jemanden kämpfen, der dich nicht einmal kennt, du wirst sterben als jemand, den niemand kennt!“ Damit jagte er ihn das Schwert durchs Augen. Der Prinzessin schossen die Tränen hoch, noch immer versuchte sie keinen Mucks zu machen. Der Körper fiel leblos zu Boden. „Holt, was ihr holen könnt, der Rest der Gruppe kann nicht weit sein!“, befahl nun der Anführer. Er sah zu dem Leichnam. „Ich werde nicht umsonst, Butcher genannt!“ Damit schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten davon. Das Herz der Prinzessin pochte so sehr gegen ihre Brust, dass ihr schlecht wurde. So viel Brutalität und Grausamkeit kannte sie nicht. Vor lauter Schock konnte sie sich auch nach dieser Tat nicht bewegen, zu tief saßen diese Bilder.
Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte sie sich rühren. Stolpernd und mit verschwommener Sicht gelang sie zu der Lagerfeuerstelle. Hinter ihr ging die Sonne langsam auf, sodass sie die Antlitze der am Boden liegenden Prinzen sehen konnte. Zitternd ließ sie sich beim ersten nieder. Sie rüttelte an ihm und schüttelte, doch der kalte Körper rührte sich nicht. Sie waren Tod. Alle. Um ihre Augen herum wurde es feucht. Tränen rannen ihr über die Wange und fanden ihren Weg auf dem blutüberströmten Boden. Es dauerte eine Weile bis sie sich wiederaufrichten konnte. Wie konnten Menschen sich nur so etwas antun? Sollten wir nicht alle im Frieden miteinander leben?
Die Prinzessin konnte trotz alle dem, die Männer nicht so liegen lassen. Schwerfällig legte sie alle zusammen und bedeckte sie mit Blättern. Was anderes konnte sie leider nicht mehr für diese Männer tun. Mit dem letzten Schluck Wasser wusch sie sich das Blut von den Armen. Der König wusste, was hier draußen vorging und trotzdem hatte er diese armen Menschen in ihren Tod gestürzt. Absichtlich. Dennoch musste Gianna sich jetzt zusammenreißen. Für Daryaa und für sich. Sie musste ihre Schwester warnen und das schnell. Zwei Schwerter hatte sie an sich genommen und band sie sich mit den Schnüren um die Hüfte, sodass sie nicht störten. Schnell war Shadow gesattelt. Sie musste weiter, hier im Wald war sie nicht mehr länger sicher. Niemand war hier mehr sicher.

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 26 Nov 2017, 13:50

Jonathan

Es war ein langer Weg für den dunkelhaarigen Prinzen, bis er die Burg von Charworth erreicht hatte. Laut seinen Angestellten, hatte dieser König außerordentlich hübsche Prinzessinnen und die wollte sich Jonathan nicht entgehen lassen. Seine goldenen Augen fixierten seine angebliche Konkurrenz. Ein spöttisches Grinsen zierte seine schmalen Lippen. Nein, diese Leute konnte man keine Konkurrenz nennen. Als die schweren Metalltüren zur Seite gedrückt wurden, verschönerten die beiden Prinzessinnen den Raum. Eine hübscher als die Andere. Ein wirklich schöner Anblick für seine müden Augen. Die Erstgeborene Gianna, betrat als erstes die Treppen. Auf ihren Lippen ein kühles Lächeln, was die Schar an Männer eher mit den Blicken tötete, als begrüßte. Sie war groß, hatte lange hellblonde Haare und strahlend blaue Augen. Einen großen Vorbau und schöne Kurven.
Den Abgang gestaltete Daryaa, die Jüngste im Könighaus. Sie glich eher einer der Zofen. Ein langes dunkelblaues Kleid stellten den Kontrast zu ihren giftgrünen Augen dar. Ihre Haare hatte sie sich zusammen¬¬gebunden und den Goldschmuck oben aufgesetzt. Der Mieder rückte ihrem beachtlichen Vorbau nach vorne. Ihr Körper war schlanker, als der der Erstgeborenen. Aber keinesfalls stand sie im Schatten ihrer Schwester. Im Gegenteil sie präsentierte dieses Kleid so elegant, dass niemanden dieser Trottel überhaupt auffiel, dass es nicht zum Anliegen passte. Sie hatte sich selber hergerichtet. Anders konnte der Prinz es sich nicht erklären.
Als der König die Stimme erhob, schenkte ihn alle seine Aufmerksamkeit. Der Prinz allerdings erst, als er das Wort Drachenklaue benutzte. Jonathan sah zu den entgeisterten Blicken und auch er musste sich einen Moment zusammenreißen. Die einzige Drachenklaue von der Jonathan berichtet wurde, war die hoch oben im Schrein. In dem Schneegebirge, wo bisher niemand mehr lebend rausgekommen war. Viele berichteten von einer Hexe, andere berichteten von Monstern, Jonathan selbst war dort noch nie gewesen, aber er wusste den Weg bis zum Anfang des Berges.
Jonathan wurde von vielen Leuten als Arrogant betitelt. Als Prinz war er auch ein Arschloch, doch wenn eine Schlacht anstand, war er derjenige der vorne an der Front stand und mit seinen Reich kämpfte. Eine Sache, von den sich die anderen Prinzen eine Scheibe abschneiden konnte.
Die Masse bewegte sich nach draußen und der Prinz lief zu seinem Pferd. Er überließ nichts dem Schicksal und hatte Lightning mitgebracht. Der stolze Schimmel wieherte ihm entgegen. Freudig sich der neuen Herausforderung zu stellen. Kurz strich der Prinz über die Nüstern seines Pferdes, eher er sich auf den Riesen draufschwang. Jeder Muskel spannte sich an und der Hengst scharrte mit den Hufen. Als der Schuss ertönte, drehte sich Lightning über die Hinterhand und galoppierte vorne weg. Jonathan ließ ihn laufen. Eine Spielerei seines Tieres, der genauso dominant war, wie sein Besitzer. Zwei Reiter schlichen sich dazu. Das würde sich der schwarzhaarige sich später näher ansehen.
Nach ein paar Metern stoppte der Prinz von Dustanville und die Gruppe stellte sich in eine Art Ei um ihn herum auf. Während er seine Rede hielt, glitt sein Blick immer wieder zu den beiden voll vermummten jungen Männern. Er sprach sie an und spürte, wie nervös die Beiden wurde. Niemand von ihnen hatte eine Waffe dabei oder ansatzweise in der Nähe um sie schnell zu benutzen. Der schmächtigere von Beiden auf den Fuchs war allerdings ruhiger, als der Ältere auf den Rappen. Doch irgendetwas war komisch an den Beiden. Diese stechend blauen und grünen Augen. Konnte es sein? Nachdenklich hielt er den Älteren Jungen das Schwert an die Kehle. Er starrte den Jungen einige Minuten in die Augen. Kein Zweifel, das waren keine Prinzen. Er ließ von ihnen ab, gar nicht bewusst, dass jemand ihn angesprochen hatte. Ein paar letzte Worte und er gab den Schimmel die Seiten. Dieser preschte nach vorne und ein Teil der Gruppe folgte ihm, darunter auch der Fuchs. Einige dieser Irren verirrten sich in den Wald der Banditen. Weniger Konkurrenz für den Prinzen. Verfolgt von den anderen ritt er den Weg, den er kannte zu dem Schneegebirge. Abends machte er Rast, aber im Gegensatz zu den anderen kletterte der Prinz hoch empor. Auf einen dicken Ast schloss er erst die Augen und versuchte sich zu entspannen.

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BeitragThema: Re: No Wedding   Do 30 Nov 2017, 21:43


Daryaa

Ihr Herz hämmerte wild in ihrer Brust, keuchend atmete sie durch den Helm, der die Geräusche verstärkte und ihr wurde schwindelig. Der Fremde hatte sie ziemlich hart am Kopf erwischt. Nachdem sie festgestellt hatte, dass kein weiterer Reiter folgte, zog sie sich das Blechdingen vom Kopf. Sofort erfasste sie kühler Wind und sie tastete nach der Stelle, wo es am meisten zog. Ihre Finger zitterten, als sie die Hand, mit ihrem eigenen Blut besudelt, von der Maske nahm.
So hatte sie sich ihr kleines Abenteuer nicht vorgestellt gehabt. Ihr ganzer Körper bebte, als sie daran dachte, dass der Fremde sie geköpft hätte, wenn sie es nicht rechtzeitig geschafft hätte, sich zu ducken. Der Fuchs neben ihr schnaubte und stupste sie mit der Schnauze an. Irgendetwas machte ihn nervös und obwohl sie glaubte, ihr versagten die Beine, wenn sie aufstand, zog sie sich am Halfter hoch.
Sie starrte auf ihre rote Hand. Ihr Kopf pochte nicht zu unrecht. Sie wusch sich das klebrige Blut an der dunklen Hose ab und klaubte den Helm vom Boden. Wenn sie die Maske aufließ, würde man sie nicht als Frau enttarnen, oder doch? War ihr Gesicht vielleicht ein wenig feiner, die Konturen ein wenig filigraner, als das der Männer? Doch keine zehn Pferde würden sie dazu bewegen können, den Helm wieder aufzusetzen, unter dessen Druck ihr Kopf ohnehin schmerzte und sie keine Luft beim Atmen bekam. Außerdem hatte er die Geräusche gedämmt und so hatte sie den Reiter viel zu spät kommen hören. Sie band ihn an die Satteltasche und würde vorerst mit der Maske vorlieb nehmen. Der Rappe schnaubte wieder und zog. Sie folgte ihm. Es war gut, dass sie ein Tier bei sich hatte, noch dazu ein Fluchttier, es folgte Instinkten, die sie nicht besaß.
Das Pferd führte sie um den Hügel herum, gerade rechtzeitig, ehe sie erneutes Hufgetrappel hörte. Diesmal waren es mehrere Pferde. Sie hielt sich dich bei ihrem Fuchs und wagte nicht zu atmen. Es waren fünf Reiter, alle vermummt und bis auf die Zähne bewaffnet. Die scharfen Klingen blitzen in dem Licht der untergehenden Sonne und schimmerten Rot. Klebte Blut an ihnen, oder war das nur eine Täuschung? Daryaa drückte sich noch dichter an den Fels. Ihr Atmen hörte sich in ihren Ohren laut an und sie hielt sich die Hand vor den Mund, um ihn abzudämpfen.
Die Männer riefen sich etwas in einer Sprache zu, die sie nicht kannte. Waren es Wilde? Sie kauerte eine ganze Weile in ihrem Versteck, ehe sie sich traute, einen Blick um den Fels herum zu wagen. Vor ihr gähnte der leere Wald und die Eulen kündigten die Nacht an. Über ihr raschelte es in den Bäumen. Die schlaflose Nacht forderte nun ihren Tribut und müde stieg sie auf ihren Fuchs. Sie musste Gianna finden, wenn sie angegriffen wurde, könnte es ebenfalls ihre Schwester getroffen haben und der Gedanke, dass sie verwundet mitten in der Pampa lag, schnürte ihr die Kehle zu.
Ihr Herz schrie, sie solle losreiten und die ganze Nacht nach ihrer Schwester suchen, ihr Verstand riet ihr, keinen Lärm zu machen, um nicht unnötig auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb lenkte sie den Fuchs gemächlich durch den Wald und hielt Ausschau nach den Prinzen und weniger Prinzen, nach Anzeichen, dass hier andere Menschen waren, die ihr gefährlich werden konnten. Vielleicht sogar dieser eingebildete Prinz, dem sie gefolgt war und irgendwann aus den Augen verloren hatte.
Hinter ihr ertönte ein Pfiff und sie sah über die Schulter. In dem Moment blieb der Fuchs stehen, weil sie ungewollt an den Zügeln gezerrt hatte. An einen Baum gelehnt, im Schatten der Blätter, lehnte eine dunkle Gestalt. Seine Augen blitzen unter dem dunklen Umhang hervor. Daryaa wollte ihren Fuchs antreiben, doch die Worte des Fremden ließen sie verharren.
„Ich dachte, meine kleine Warnung würde genügen. Kehrt um.“
Sie zuckte merklich zusammen. Das war der Angreifer von vorhin, jetzt entdeckte sie auch die schwarze Stute einige Meter weiter, an einen Baum gebunden, grasend.
„So schweigsam. Als ob Ihr etwas zu verbergen hättet.“ Der Fremde stieß sich vom Baum ab und Daryaa zog an den Zügeln. Ihr Fuchs wich zurück. Sie konnte nicht antworten, dann würde sie sofort auffliegen. Oder würde man ihr abnehmen, dass sie ein Junge auf dem Weg zum Mann war, dessen Stimme noch nicht das Raue und Kratzige erreicht hatte, wie die des Fremden?
„Der Weg ist voller Hallunken und Mörder, Armen und Bettler, die nicht zögern und Durchreisende angreifen, wenn sie sich davon etwas erhoffen – oh und nicht zu vergessen, voller Prinzen, die ihre Mitstreiter ausschalten wollen. Ihr tätet gut daran, umzukehren und in Euer weiches Bett zu steigen.“
Daryaa verstand nicht, wieso der Fremde sie warnte und ihr gar einen Rat gab, der ihr wohlwollend vorkam, sie kurz vorher jedoch versuchte, zu enthaupten. Vielleicht war das eine neue Masche, denn er kam noch immer näher. Sie ließ ihren Fuchs weiterhin rückwärtsgehen und versuchte die Umgebung im Auge zu haben. Das hatte sie sich alles nicht so vorgestellt, ganz und gar nicht. Aber aufgeben war keine Option, denn zu Hause erwarteten ihre Eltern sie sicherlich mit einer ordentlichen Tracht Prügel. Und darauf verzichtete sie gut und gerne.
„Wenn ihr entscheidet, weiterzureiten, dann haltet euch von den anderen Männern fern, Ihr seid leichte Beute.“, Schritt um Schritt kam er näher, die Arme lässig auf dem Rücken verschränkt, „Ihr und euer Begleiter.“
Das reichte, er war ihr nah genug gekommen, Daryaa gab dem Pferd die Sporen und sie preschten davon. Sie warf einen gehetzten Blick über ihre Schulter, doch er folgte ihr nicht. Erleichtert atmete sie aus. Sie musste Gianna finden, verflucht, wieso hatten sie sich nur voneinander getrennt. Wenn die Gruppe es sowieso auf sie abgesehen hatte, dann wäre es vielleicht klüger gewesen, beisammen zu bleiben. Oder sie enthüllten ihr Gesicht, das würde sicherlich für Spott sorgen, doch keiner der Teilnehmer würde ihnen dann noch den Kopf von den Schultern trennen wollen, oder? Waren sie es nicht, weshalb sie diese Hürde meisten wollten? Sie musste mit ihrer Schwester reden, vielleicht wusste sie einen Rat.
Die Nacht brach herein und Daryaa fielen immer wieder vor Müdigkeit die Augen zu, bis sie beschloss, dass es keinen Sinn hatte und sie sich schlafen legte. In der Nacht schlief sie unruhig, rollte sich von der einen zur anderen Seite. Alpträume plagten sie, sie fror und ihr Magen knurrte. Es war ein Wachschlaf und sie fühlte sich am nächsten Morgen noch geräderter als zuvor. Ihr Kopf pochte an der Stelle, wo das Blut in ihren Haaren getrocknet war.
Die Sonne hatte sich kaum über den Horizont geschoben, da sprang Daryaa auf die Füße und sattelte ihr Pferd. Auch darüber hatte sie nachgedacht, aber sie konnte von ihrem Fuchs nicht verlangen, dass er die ganze Zeit das Gewicht des Sattels trug. Zur Not würde sie ohne reiten müssen, das konnte sie immerhin.
Sie wollte sich gerade auf ihr Pferd schwingen, da hörte sie Männer lachen. Sie waren ganz in der Nähe. Der Hengst scharrte mit den Hufen. Sie sah ihn an, in der Hoffnung, er würde damit aufhören, doch er scharrte weiter. Daryaa versuchte zu ergründen, um was für Männer es sich handelte, konnte aber keines der gesprochenen Worte verstehen, sie war zu weit weg. Also schlich sie näher, bis sich eine kalte Klinge an ihren Hals legte und ihr zierlicher Körper an eine stählerne Brust gezogen wurde. Der muffige Gestank schlug ihr entgegen, als der Fremde seinen Mund aufmachte: „Keine Bewegung, Bursche, oder ich schneide dir die Kehle durch.“
Dann lachte er gehässig und sein Atem streifte ihren Nacken.
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BeitragThema: Re: No Wedding   Do 30 Nov 2017, 21:44


Torwin

Der Prinz legte ein ordentliches Tempo vor und so dauerte es nicht lange, bis die Gruppe sich zerstreute. Einige blieben zurück, weil ihre Pferde müde wurden, andere hatten mit ihrem bockigen Untersatz zu kämpfen und wieder andere schlugen schließlich doch eine – vermeintlich – bessere Richtung ein.
Torwin wusste nicht, wie er an eine Drachenklaue kommen sollte. Er hatte keine Ahnung, wo sich die letzten Drachen aufhielten, denn er war überzeugt davon, dass noch immer welche im Verborgenen lebten. Der Prinz hingegen war so zielstrebig losgeritten, dass er bestimmt wusste, wo er suchen musste. Deshalb beschloss Torwin, sich zunächst an ihn zu halten. Er musste gar nicht gewinnen, aber nun interessierte es ihn, ob diese faszinierenden Kreaturen wirklich noch unter ihnen weihten.
Er trieb seine Stute an und er war überrascht, als er in der Menge den Fuchs wiederentdeckte, der gerade eine leichte Linksschlaufe ritt und seinen Reiter somit von den Verbliebenen entfernte. Er lenkte sein Pferd ebenfalls nach links.
Überhaupt, wenn sie nur eine Kralle benötigten, um die Hand der Prinzessin zu erhalten, was geschah, wenn mehrere eine fanden? Immerhin besaß ein Drache mindestens acht Krallen. Manchmal zwei weitere, wenn es sich um ein großes Männchen handelte. Hatte das Königspaar deshalb diesen gefährlichen Bereich für ihren Wettkampf gewählt, damit so wenige wie möglich und vermutlich am besten überhaupt keiner zurück kehrte?
Es dauerte eine Weile, da tauchte der Fuchs am Horizont auf und neben ihm stand sein schmächtiger Reiter. Er hatte im Kreis der Versammelten gar nicht so dünn gewirkt, wie jetzt. Er konnte gerade über den Rücken des Pferdes sehen, besaß kaum Schultern und dünne Beine. Wenn er trainiert hatte, war er einer der Sorte, die nie zulegten. Oder aber, er war verdammt jung. Soweit Torwin wusste, gab es kein Mindestalter. Jeder, der Reiten und eine Waffe halten konnte, war zu diesem Rennen zugelassen.
Trotzdem beschlich ihn das Gefühl, dass etwas mit dem Burschen nicht stimmte. Er zog sein Schwert. Die Bewegungen des Fremdens schienen ungeübt, er durchwühlte seine Taschen, als wüsste er nicht, was sich darin verbarg. Ein Dolch wanderte in seinen Stiefel. Er war so gut wie unbewaffnet. Wenn er dem Jungen einen Schrecken einjagte, vielleicht kehrte er heulend zurück in den Schoß seiner Mutter.
Es trennten sie nur noch wenige Meter voneinander. Torwin zielte mit seinem Schwert, hob es auf die Höhe einer normalen Männerbrust und zielte. Es war ein Wunder, dass der Knabe ihn nicht kommen sah, vielleicht auch nur dumm. Der silberne Helm drehte sich, nein der Junge drehte sein Gesicht, entdeckte ihn und duckte sich. Wie Torwin erschrocken feststellte, war das seine Rettung. Er hatte auf die Brust zielen wollen, ihm einen ordentlichen Schnitt verpassen wollen, damit er es mit der Angst zu tun bekam. Leider hatte er sich verschätzt, der Junge war so klein, dass sein Hals sich genau auf der Zielgeraden befunden hatte. Sein Schwert traf auf Silber. Der Fremde taumelte und ging zu Boden. Torwin ritt weiter, in der Hoffnung, dass auch das ihm eine Lehre sein würde.
Den Tag über versuchte er, sich eine genaue Lage von der Umgebung zu machen. In der Nähe des Waldstreifens, den sie genommen hatten, lagerten Banditen. Es war eine ihrer ergaunerten Städte. Nicht groß, aber dennoch bedrohlich genug, um sie alle in der Nacht abzustechen.
Wo er einen Drachen finden würde, das konnte oder wollte ihm keiner der anderen Mitstreiter verraten. Schnell hatte er bemerkt, an der Art und Mimik wie sie es sagten, dass sie keine Ahnung hatten. Ob der Prinz wirklich wusste, wo ein Drache zu finden war? Oder war das auch nur ein Bluff?
Langsam wurde es dunkel und Torwin wollte sich einen Platz zum Schlafen suchen. Seine Stute hatte er gerade an einen Baum gebunden, da hörte er das leise Traben eines Pferdes. Er lehnte sich an den Baum, wartete ab, bis der Reiter an ihm vorbei war, ohne ihn zu bemerken und stieß einen Pfiff aus, als er ihn erkannte.
Sofort hatte er die Aufmerksamkeit des Burschen. Es ärgerte ihn, dass er noch immer mit dabei und nicht umgekehrt war. Ihm fiel auf, dass er seinen Helm nicht mehr trug, der baumelte an der Satteltasche, doch die schwarze Maske machte es in dem spärlichen Licht unmöglich, mehr zu erkennen.
„Ich dachte, meine kleine Warnung würde genügen. Kehrt um.“ Sagte er und musterte den Knaben, der zusammenzuckte.
„So schweigsam. Als ob Ihr etwas zu verbergen hättet.“ Schon bei dem Prinzen hatten er und sein Begleiter geschwiegen, das kam ihm seltsam vor. Leichtfüßig stieß er sich vom Baum und kam beinahe mit schwebenden Schritten auf den Reiter zu, der sein Pferd den Rücktritt antreten ließ. Irgendetwas war seltsam, aber er konnte nicht benennen was.
„Der Weg ist voller Halunken und Mörder, Armen und Bettler, die nicht zögern und Durchreisende angreifen, wenn sie sich davon etwas erhoffen – oh und nicht zu vergessen, voller Prinzen, die ihre Mitstreiter ausschalten wollen. Ihr tätet gut daran, umzukehren und in Euer weiches Bett zu steigen.“, sagte er schließlich und ging Schritt um Schritt auf das zurückweichende Pferd zu.
„Wenn ihr entscheidet, weiterzureiten, dann haltet euch von den anderen Männern fern, Ihr seid leichte Beute.“, er machte eine kurze Pause, um die Reaktion des Fremden besser beurteilen zu können, als er sagte: „Ihr und euer Begleiter.“
Der Knabe floh. Das war vorhersehbar.
Er ritt ihm nicht nach, es war zwecklos. Er würde sich ausschlafen und dann den anderen Jungen auftreiben, in der Hoffnung, dass er noch nicht zum Abendbrot der anderen Männer geworden war.
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Sakura
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BeitragThema: Re: No Wedding   So 07 Jan 2018, 13:01

Gianna


Die Sonne durchbrach die Dunkelheit des Waldstückes. Nun kam die Schönheit des Waldes zum Vorschein. Nur das Beben der Hufen, die über den harten Waldboden donnerten, durchbrach diese Idyllische Ruhe. Alles wirkte so friedlich, als wäre in der Nachts nichts vorgefallen.
Das Peitschen der Äste auf der Brust des Pferdes bestätigten die Geschehnisse der Nacht nur.  Durchnässt vom Schweiß schimmerte das Fell des schwarzen Hengstes im Schein der Sonne. Doch er setzte seinen Weg unbeirrt fort. Aus Liebe zu seiner Besitzerin, die sich zusammengekauert an den Ansatz seiner Mähne festkrallte. Ihre Wangen tauten von der Kälte der Nacht langsam auf. Die Tränen, die sie vergoss waren nun getrocknet. Müde und erschöpft hoffte sie so schnell wie möglich aus diesen verfluchten Wald zu kommen. Ihre Hände von der Kälte bläulich verfärbt.
Ihre Handschuhe wurden am Ort des Grauens zurückgelassen. Blutgetränkt. Immernoch spielte ihre Augen ihr einen Streich. Überall sah sie die Leichen der Männer, die hergekommen waren, um die beiden Prinzessinnen zur Frau zu nehmen. Nun waren sie Tod, leblos und niemand würde sich an sie erinnern. Außer ihr.
Langsam kam sie wieder in die Gegenwart zurück.
Sanft strich sie über das nasse Fell des Hengstes und lehnte sich zurück, sodass sie wieder aufrecht saß. Sie nahm die Zügel wieder auf und bremste den Hengst langsam aus. Er verfiel in den Schritt und beide atmeten durch. Mit diesen Tempo würde die Beiden nicht lange durchhalten. Gianna sah sich um und entdeckte einen Bach. Die Prinzessin stieg aus dem Sattel und lief vor, der Hengst folgte ihr brav bis zu dem Bach. Die Blondine erlöste den hengst von der Last und legte den Sattel samt Proviant auf den Boden. Sie nahm sich ein Stück Stoff und tränkte es im Wasser.  Vorsichtig wusch sie ihr Tier ab, dabei schnaubte der Hengst. Er genoss diese Abkühlung sichtlich. Nachdem sie das Pferd versorgt hatte, legte auch die Prinzessin die Rüstung für einen Moment ab. Wusch ihre blutbefleckte Rüstung ab, dann ihren Körper.
Dabei bemerkte sie nicht, wie sich die Tiere des Waldes durch den Geruch der Nahrung langsam näherten. Erst als der Hengst, den Kopf anhob und still stand, setzte sie sich schnell die Rüstung wieder auf. Natürlich wusste sie nicht, wer oder was da auf sie zu kam. Deswegen verließ sie sich auf den Instinkt des Tieres. Der Körper des Rappen zuckte einige Male vor lauter Anspannung, seine Augen waren spitz in eine Richtung gerichtet. Wenig später vernahm auch die Prinzessin ein lautes Knurren. Ein kurzes Rascheln in den Büschen und hinter ihrem proviant tauchte ein Rudel Wölfe auf. Der Hengst schüttelte unruhig mit den Kopf, während die Wölfe die Tasche durchwühlte. Unmöglich den Sattel mit den Proviant wieder zu kriegen. So viel Pech konnte auch wirklich nur sie haben. Weiter hinten raschelte es weiter und der Hengst schnaubte unruhig. Sie musste gehen und zwar jetzt. Den Proviant, den Sattel einfach alles zurücklassen. Sie umfasste mit der freien Hand den Widerrist des Hengstes. Mit Schwung schwang sie sich ohne alles auf den Körper des Tieres. Dieser drehte sich auf der Hinterhand und galoppierte davon. Die Prinzessin umklammerte seine Mähne. Das Rudel verfolgte sie nicht lange, schließlich hatten sie den ganzen Proviant in den Satteltaschen . Als sie außer Reichweite war, bremste sie den Rappen etwas ab. Nun besaß sie nur noch Waffen und ihr Pferd. Noch unfairer konnte es wirklich nicht mehr sein. Aber egal für ihre Schwester würde sie auch diese Hölle übrstehen. Ohne Gewicht konnte sich der Hengst sogar noch schneller bewegen, wenigstens eine positive Sache. Sie ritt den bach entlang, der sie mit Scherheit hier irgendwann rausführen würde, nachdem sie auch den Weg nun endgültig verloren hatte. Wie viel pech konnte ein einziger Mensch eigentlich haben?

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BeitragThema: Re: No Wedding   Do 11 Jan 2018, 14:10

Jonathan


In der Nacht schien einiges passiert zu sein. Der Junge Prinz war schon früh erwacht, um weiterzuziehen. Beiläufig verfolgte er die Gespräche der Männer, die in seiner Nähe genächtigt hatten. Ein Massaker im Wald. Er hatte es doch geahnt, dass die Banditen sich an ihre Fersen heften würde. Er glitt den Baum, auf den er genächtigt hatte hinab und lauschte kurz weiter. Ob der kleine Knabe auch unter den Opfer gefallen war? Ach was kümmerte ihn das bitte. Schließlich war er Jonathan von Dustanville, ein Prinz, der nicht gerade dafür bekannt für seine Bamrherzigkeit war. Im Gegenteil. Jonathan war ein Vetreter von `Sprich oder Stirb`.
Doch sein Blut war von reiner Seltenheit, weshalb der Prinz langsam sesshaft werden musste.
"Das Blut der Dustanville braucht einen Nachfolger, mein Prinz!", hörte er seinen Buttler sagen. Dessen war sich der Prinz bewusst, der seine Eltern schon früh verloren hatte.
Allerdings hat er sich die Wahl der Gattin etwas leichter vorgestellt. ZU seinem Leidwesen waren es die Prinzessinnen von Charworth, die den Prinzen am meisten angesprochen hatten. Die anderen, die um seine Hand geringt hatten, waren entweder keine Jungfrauen mehr oder einfach nur falsch.
Jonathan hatte keine Lust irgendwann seine eigene Frau töten zu müssen, weil sie versucht hatte ihn mitten in der Nacht umzulegen. Nicht, dass er so eine Begegnung nicht schon einmal erlebt hätte.
Schließlich war das Dustanville ein riesiger Pallast und eins der amtierenden Königreiche dieser Welt. Der Junge Prinz säuberte derzeit Gedanken versunken seinen Hengs. Ein Rascheln weckte die Aufmerksamkeit des Prinzen. Er glaubte einen Umriss erkannt zu haben.
Mit einer Handbegewegung wies er seinen Hengst an, dort zu verweilen. Ansonsten würde das riesige Tier ihm folgen. Er legte seine vollständige Rüstung an, die aus einem Kettenhemd bestand unter seinem Hemd. Den Gürtel mit der Waffe, den Wurfmesser und seinem Schwert eng an sich geschnürrt. Lautlos bewegte er sich durch den dunklen Wald, bis er zu einem Lager der Banditen fortschritt.
Ein hockte sich hin und lief langsam auf sie zu. Sie waren viel zu nahe an dem Lager der anderen Prinzen. Da waren sie also die berüchtigten und gefürchteten Banditen dieses Waldes. Ihr Anführer schien nicht im Lager zu sein. Also musste Jonathan sich hüten, er kannte den Anführer. Von einer früheren Begegnung. Er war alles andere als ein leichter Gegner, nein er war sogar Jonathan ebenbürtig und eine Begegnung im jetzigen Augenblick konnte der Prinz nicht riskieren.
Ein leises Flüstern lenkte Jonathan von der Feuerstelle ab. Langsam schlich er sich weiter zu einem Baum hin, hinter dem ein Bandit jemanden aufgeschnappt hatte.
"„Keine Bewegung, Bursche, oder ich schneide dir die Kehle durch.“ Nichts, wobei sich der Prinz einmischen sollte. Welcher Idiot ging denn auch so nahe, an eine Lagerfeuertelle der Banditen. Doch als er sich die Person näher ansah, fiel ihm diese Rüstung auf. Der kleine Knabe.
Der Prinz hätte sich wirklich selbst für seine nächste Aktion ohrfeigen können. Im Schatten zog er seinen Dolch, schlich leise hinter sein Ziel und schnitt ihm die Kehle durch. Den kleinen Knaben zog er einfach dicht an sich und drückte ihn an den Baum. Er selbst drückte sich nahe an ihn, seine Hand drückte auf den Mund des Burschen, sodass die beiden im Schatten des Baumes geschützt waren. Er spürte den schnellen Herschlag seines Gegenüber und als der Kleine ihm in die Augen sah, durchbrach den Prinzen kurz ein Deja vu. Er hatte fast die selben Augen schon einmal gesehen. Nur wo? Doch bevor er sich weiter darüber Gedanken machen konnten, waren die Banditen schon dicht bei ihnen und fanden den Leichnam. Bewegungslos macht Jonathan keinen Mucks, er war schon öfter in so einer Situation gewesen. DIe ungeschulten Augen der Banditen in der Dunkelheit waren ihr Glück. Der Anführer hätte sie schon längst gefunden. Jetzt nur kein Geräusch machen, sonst würden die Banditen sie doch noch entdecken.

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 14 Jan 2018, 22:43

Daryaa

Selbst wenn sie gewollt hätte, sie konnte sich nicht bewegen. Ihr Körper war wie festgefroren und das kühle Eisen an ihrem Hals drückte in ihr Fleisch, als sie schluckte. Dieser Fremde wusste, wo er ein Messer an einer Rüstung platzieren musste. Der Übergang vom Helm zum Kettenhemd war schmal und doch spürte sie das leichte Brennen, als sich die Klinge in ihren Hals drückte. Sie hatte ohne es zu merken begonnen zu schwanken und der Fremde hatte seinen Griff verstärkt und ihr das Messer fester an den Hals gedrückt. Sie hörte, dass er Luft holte, um ihr die nächsten Anweisungen zu geben. Das Adrenalin ließ sie alle Geräusche intensiver wahrnehmen. Es raschelte in den Sträuchern um sie herum, ihr Rappe wieherte leise. Ihr Hals wurde freigegeben und sie sog aus Furcht scharf die Luft ein, er könne sie nun doch erdolchen. Sie zitterte am ganzen Körper und wäre beinahe über den Leichnam gefallen, der hinter ihr auf dem Boden lag, als sie zur Seite gezogen wurde und sich mit dem Rücken an einem Baum widerfand. Bevor sie vor Überraschung oder Panik schreien konnte, schob sich eine Hand über ihren Mund. Der faulige Geruch wurde von einem angenehmen abgelöst und als sie dem Prinzen ins Gesicht sah, wusste sie, dass ihre Tarnung aufgeflogen war. In ihren Augen standen Tränen, die sie mit Mühe zurückhielt und sie atmete zum Takt ihres rasenden Herzens ein und aus.
Männer weinten nicht. Und es war auch nicht so, als ob Daryaa nicht wusste, dass die Menschen grausam waren. Aber es war etwas völlig anderes es selbst zu erleben und nicht nur davon zu hören. Wie ihr sonst von den vielen Wachen geschütztes Leben in den Händen eines Fremden lag, der kurz darauf das Schicksal erfahren hatte, was er ihr angedacht hatte, nachdem er seinen Spaß mit ihr hatte. Sie hörte die gedämpften Schritte auf dem Waldboden und da ihr Gegenüber zu einer Salzsäule erstarrt war, hieß das nichts Gutes. Ihr versteifter Körper sank gegen den Baum und sie schloss die Augen. Ein Stoßgebet schickte sie zum Himmel und während sie die Männer ihren toten Kameraden finden hörte, spürte sie die warmen Finger der Prinzen auf ihrem Mund. Wenn ihre Angst sie nicht verraten hatten, dann ihre wässrigen Augen, die viel zu groß und mit langen Wimpern besetzt waren, als dass sie einem Mann gehören mochten. Obwohl Daryaa schon viele hübsche und sehr feminine Männer gesehen hatten, bezweifelte sie, dass der fehlende Bartwuchs – und nach einem Tag müsste man die Stoppeln schon wieder spüren können –ihm nicht auffiel. Abgesehen davon drückte der Prinz sich gegen ihren zierlichen Körper und wer darauf achtete, würde wohl merken, dass die Rüstung über ihrer Brust uneben auflag und zwischen ihren Brüsten einfacher einzudrücken war. Jetzt zitterte sie vor Angst, er könne sie enttarnt haben und damit ihre kleine Reise beenden. Ihr Vater würde ihm mit Kusshand eine seiner Töchter überlassen.
Für Daryaa grenzte es an ein Wunder, dass die Fremden über den Verlust eines Mannes murrten, sich danach aber zurück zur Feuerstelle zogen. Eine ganze Weile standen sie reglos da und so wie sie lauschte sicherlich auch der Prinz auf sich nähernde Schritte. Als das nicht geschah, öffnete sie die Augen, versetzte dem Prinzen einen kräftigen Stoß gegen die Brust, glitt zur Seite, um nicht länger zwischen ihm und den Baum gefangen zu sein und zog dabei den Dolch aus ihrem Stiefel. Wie man es sie gelehrt hatte, hielt sie den Dolch hoch erhoben auf den Prinzen gerichtet. Ihre andere Hand wanderte zu der Stelle an ihrem Hals, wo der Helm das Blut ihrer Schnittverletzung verschmiert hatte. Ihre Angst und die Tränen waren einem Gedanken gewichen. Was war, wenn nur für sie offensichtlich war, dass alles an ihr darauf hindeutete, eine Frau zu sein? Wenn er nicht dahinter gekommen war, dass sie kein Mann war, würde sie ihn weiter in dem Glauben lassen müssen. Und selbst wenn er erraten hatte, dass sich eine Frau war, hieß das noch immer nicht, dass er die Prinzessin in ihr erkannt hatte.
Er erwartete sicherlich von ihr, dass sie sich bedankte. Auch, wenn sie nicht um seine Hilfe gebeten hatte. Doch so oft sie aus Spaß auch ihren Vater, ihre Lehrer und Berater nachgeäfft hatte, ihre Stimme würde nicht mal für die eines Knaben im Stimmbruch durchgehen und so entschied sie, dem Prinzen mit Handzeichen zu signalisieren, dass sie stumm war. Sie hoffte, dass er von dieser Gebärdensprache schon zuvor gehört hatte und das Ganze nicht als Spott auslegte und zufrieden war, dass sie so stumm wie ein Fisch war.


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Torwin

In der Nachtluft schwangen Geräusche und Gerüche mit, die nicht normal waren und so war Torwin froh, als die Sonne sich über die hohen Bergkämme schob und er seiner Stute einen weiteren anstrengenden Ritt abverlangen konnte. Er hatte jede Spur verloren, die zu dem Knaben und seinen Begleiter gehörten und wo sich dieser eingebildete Prinz aufhielt, war ihm ebenfalls ein Rätsel. Vermutlich meilenweit von ihm entfernt, sein kleiner Verfolgungsritt gestern hatte ihn viel Zeit gekostet.
Er war nicht schlauer als zu Beginn was die Drachenklaue betraf, dafür wusste er nun, dass sich in dieser Gegend Banditen und anderes Gesindel herumtrieben, die sicherlich von dem Wettkampf und deren reichen Teilnehmer seit Wochen gehört hatten und die nötigen Vorkehrungen treffen können, um sie bestmöglich auszubeuten. Und damit meinte er nicht nur seine Habseligkeiten. Unter ihnen sollten sogar Menschen sein, die andere Menschen häutete und sogar ausweideten. Bei der Vorstellung wurde ihm schlecht und er fand, dass kein Mensch ein solches Ende verdient hatte. Zumindest kannte er bisher keinen.
Er musste noch vorsichtiger sein, wenn er nicht so enden wollte. Zwar war er ein ganz passabler Reiter und Kämpfer, aber gegen zehn Männer hatte auch er schwerlich eine Chance. Es war besser, wenn er sich anderen anschloss, in einer Gruppe würden sie es leichter haben, gegen Feinde zu bestehen. Aber auch mehr Aufmerksamkeit erregen. Er sollte doch besser alleine weiter reiten. Am Ende waren sie sowieso alle Feinde, wenn es darum ging, die Drachenklaue zu bekommen. Anfangs hatte er in Erwägung gezogen, dass es mehrere geben würde, je mehr Zeit verging, war er sich sicher, dass es genau zwei Klauen zu finden galt. Eine für Prinzessin Gianna und eine für Prinzessin Daryaa. Der König musste mehr im Sinn haben, als nur die Vermählung seiner Töchter. Er wollte, dass sich seine Feinde gegenseitig ausschalteten und dass er durch die Heirat Frieden mit den übrig gebliebenen schließen konnte.
Während er seinen Gedanken am Bach nachging, bei dem er die Nacht Halt gemacht hatte, hörte er Hufgeklapper. Er lehnte an einem Baumstamm, geschützt durch das hohe Schilf und betrachtete den nahenden Reiter. Beinahe hätte er laut gelacht, als der andere Knabe auf ihn zugeritten kam. Das war vielleicht ein Zufall. Bevor er ihn wie seinen Freund verschreckte, wartete er ab und sah ihm ungeniert dabei zu, wie er die Rüstung ablegte und alles wusch. Irgendetwas war seltsam an dem Kerl. Er war noch dünner als er gedacht hatte und seine Statur wirkte unnatürlich auf ihn. Dann dämmerte es ihm und er stand auf.
Wären in dem Moment nicht die knurrenden Geräusche zu hören gewesen, wäre Torwin entdeckt worden. Er fluchte leise vor sich hin, als die Wölfe ihren Kreis immer enger um das Pferd und dessen Reiter zogen. Auf der anderen Seite des Baches war er erstmal geschützt, aber sobald die Wölfe ihre erste Beute erledigt hatten, würden sie vor einer zweiten keinen Halt machen. Er griff nach den Zügeln seiner Stute und schwang sich auf ihren Rücken. Wenn er von hinten kam, würde er vielleicht noch rechtzeitig kommen und eine Weile konnte sein Pferd zwei Personen tragen. Während er rasch alle Verschlüsse prüfte, war in der Zwischenzeit das andere Pferd samt Reiter verschwunden. Er hörte das Rascheln der Bäume aus der Richtung, in die sie verschwunden waren und er trieb seine Stute an. Die Wölfe machten sich indes über die Taschen her, die zurück gelassen worden waren.
Das Blut rauschte ihm in den Ohren und der Morgenwind blies ihm kühl entgegen. Die Kapuze rutschte ihm immer wieder vom Kopf und so beließ er es dabei, sie hinter sich her wehen zu lassen. Den Körper dicht an den seiner Stute gepresst, trieb er sie noch weiter an. Er preschte mit ihr durch das Dickicht, steckte einige Peitschenhiebe der dünnen Äste ein und würde am Ende des Ritts um etliche Kratzer und Schrammen reicher sein. Der Hengst war schnell und Torwin hatte Mühe, im zu folgen. Mit seinem Pferd sähe das anders aus, aber mit dieser sanftmütigen Stute, die nur gelegentlich Ausritt bekam, fiel er nach und nach weiter zurück.
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BeitragThema: Re: No Wedding   Di 13 Feb 2018, 10:51

Jonathan


Die Banditen marschierten zurück zur Feuerstelle, um sich aufzuteilen. Der Mörder konnte schließlich nicht weit sein. Ein prüfender Blick an den Baum vorbei, versicherte den Prinzen, dass sie weit genug weg waren. Ein Stoß gegen die Brust ließ ihn einen Schritt zurückweichen. Damit hatte er nicht gerechnet. Vor allem nicht mit so einer Kraftlosigkeit. Fast schon Ladylike.
Er musterte seinen Gegenüber der keinen Mucks von sich gab. War er wirklich im Glauben, dass Jonathan das mit sich machen lassen würde? Wohl kaum.
Doch es gab einige Merkmale, die ihm an den Knaben aufgefallen waren. Seine Brust ließ sich eindrücken. Unglaublich weich. Wie die Brust einer Frau. Die Wimpern, diese Augen.
Es gab keinen Zweifel. Hier hatten sich Frauen untergemischt und somit das ganze Spielfeld verrückt.  Jonathan hatte kein Problem damit gegen Frauen zu kämpfen, allerdings eher zum Spiel. Niemals ernst. Eine Frau zu verletzen war ehrenlos und soetwas würde der Prinz niemals dulden. Bei niemanden.
Ein Auge war auf die Frau gerichtet, dass andere auf die Bewegungen der Banditen.
"Ich wüsste nicht, was eine Frau hier zu suchen hat!", brach er nun das Schweigen und lief auf das Mädchen zu, bis die Klinge gegen seinen Brustkorb drückte. Seine Augen trafen die ihre.
"Was macht ihr hier, solltet ihr nicht in Euren wohlbehüteten Palast sein?" Seine tiefe Stimme drang bedrohlich hervor. Gegen den Dolch tat er nichts, bevor sie überhaupt ausholen konnte, hätte er ihr dieses Spielzeug schon entnommen. Sie durfte sich ruhig noch in Sicherheit wiegen.
Der Prinz ging sogar noch ein Schritt weiter und lief weiter vor, sodass der Dolch sich leicht in die Rüstung bohrte. Aus Reflex wich die Dame zurück. Ein selbstsicheres Grinsen legte sich auf seine.  Er stoppte, das genügte ihn an Beweisen.
"Ich würde nachfragen, warum du dich entschieden hast, hier auf die Reise mitzukommen,doch es interessiert mich nicht. Du bist hier an der falschen Adresse, Mädchen!"
Mit seiner freien Hand, die mit Handschuhen geschützt war, ergriff er den Dolch. "Du kannst dich nicht einmal verteidigen, wenn jemand dich überwältigt!"
Doch bevor der Prinz ihr den Helm abnehmen konnte, um seinen Verdacht gänzlich zu bestätigen, hörte er Hufgetrappel. Schnelles Handeln war gefragt. Er zückte seine zwei Schwerter aus der Scheide und stellte sich schützend vor sie. "Lauf!", befahl er ihr nun in einen herrischen Ton, ehe er die ersten Beiden Reiter vom Pferde riss. Eins blieb stehen. "Verschwinde Prinzessin!", war das einzige was er noch sagte, ehe die Banditen schon begannen mit ihm zu kämpfen. Er hatte auch keinen Moment mehr zu kontrollieren, ob sie ihm gehorchte oder nicht. Es war nur wichtig, dass er ihr genügend Abstand organisierte. Er würde sie nur aufhalten können, um sie alle umzulegen war er eindeutig in der Unterzahl.
Nach einer Weile durchbrach ein lauter Pfiff die Stille. Das Donnern der Hufen seines Hengstes schritt in das Kampfgeschehen mit ein. In einer Bewegung ergriff der Prinz den Sattel und schwang sich mit Leichtigkeit auf das galloppierende Tier. Er beugte sich vor zu den Kopf des Tieres um es ihm zu ermöglichen, noch leichter durch das Geäst zu kommen. Sein Gedanken schwiff zu der Prinzessin. Hoffentlich konnte sie sich in Sicherheit bringen.

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BeitragThema: Re: No Wedding   Di 13 Feb 2018, 11:11

Gianna


Viele Kilometer hatte sie nun zurückgelegt, ehe die Blondine den Hengst gänzlich durchparierte. Ihr Magen knurrte. Sie ließ sich an dem Pferd hinunter gleiten, was genüsslich zu grasen anfing. Unbeholfen zückte sie und schaute in ihr Spiegelbild. Eine Frau, die einfach überhaupt keine Ahnung davon hatte, wie sie in der Wildnis überleben sollte. Tiere konnte sie auch keine umbringen, also beschloss sie nach Beeren zu suchen. Gott sei Dank wurde sie nach ein paar Minuten auch fündig. Aus dem Unterricht wusste sie, dass man diese essen konnte. Sie transportierte nach und nach alle Beeren zum ufer, wusch sie im Wasser ab und begann zu Essen. In Gedanken versunken naschte sie von den Beeren.
Sie hatte sich das Leben hier draußen zwar anstrengend, aber nicht so hart vorgestellt. Seufzend zog sie die Beine nahe an ihren Oberkörper und legte ihre Arme drum. Ihr Hengst war da anderer Meinung. Er genoss diese Freiheit, diese Sorglosigkeit und auch dieses Spiel was hier lief. Typisch Wildhengst eben und ohne seine Ausdauer und seiner Kraft, wäre Gianna wahrscheinlich schon dreimal gestorben.
Plötzlich erhob er seinen Kopf und seine Nüstern blähten sich auf. Ein lautes Wiehern ließ Gianna aus ihren Gedanken holen und aufstehen. Er witterte etwas oder jemanden. Gianna schwang sich auf ihn und wollte ihn wegtreiben, doch er blieb stehen. Dieses Pferd musste eine Stute sein, aber nicht irgendeine sondern seine. "Shadow bitte lass gut sein, auch wenn es die schwarze perle von dir ist!" Einige der Reiter hatten unsere Pferde gewählt und Lady war eine durchaus robuste Stute und Shadows Herzensdame. Als der dickköpfige Hengst sich nicht von der Stelle rührte, stieg die Prinzessin wieder ab und versteckte sich hinter den Büschen. In der Hoffnung nicht entdeckt zu werden

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BeitragThema: Re: No Wedding   Sa 17 Feb 2018, 19:22

Daryaa

So, wie der Prinz immer wieder die Umgebung im Auge behielt, konnten die Banditen nicht gänzlich verschwunden sein. Daryaa selbst hörte Schritte und Stimmen, hatte aber keinen Kopf dafür, sich auch noch darauf zu konzentrieren. Der Prinz vor ihr war im Augenblick Bedrohung genug für ihre Mission. Sie fluchte in Gedanken, als er ihr Spiel durchschaut hatte. Dabei war es nur eine Frage der Zeit gewesen, ehe jemand bemerkt hätte, dass die Knaben sich viel zu weiblich verhielten. Trotzdem hatte sie gehofft, dass dieser Zeitpunkt erst viel später kam, wenn sie schon so weit im Gebirge vorangekommen waren, dass sie keiner dieser edlen Ritter ohne eine Drachenklaue zurück brachte. Denn dann würde ihm zwar Ehre zuteil kommen, aber die Hand der Prinzessin bekam ein anderer.
"Ich wüsste nicht, was eine Frau hier zu suchen hat!"
Verdammt! Aber sie würde sich nicht einschüchtern lassen, weshalb sie die Augen zu Schlitzen zusammenkniff und auf die Brust des Prinzen sah, als dieser geradewegs in ihren Dolch lief. Jetzt war er wieder nur eine Armeslänge entfernt und Daryaa merkte, wie sie nervös wurde. Der Abstand zwischen ihnen hatte ihr gefallen. Sie sah in sein Gesicht, als er den Palast erwähnte. Woher wusste er, dass sie aus dem Palast war? Es musste an der edlen Rüstung liegen, wer konnte sich solch eine schon unter dem gemeinen Volk leisten? Doch das war erst einmal egal, er wusste schließlich nicht, dass sie eine der zwei Prinzessin war, sie konnte genauso gut eine einfache Küchenmagd sein.
Er kam noch einen Schritt näher und nun spürte sie sein Gewicht gegen den Dolch drücken. Sie wich zurück und fand sich mit dem Rücken am Baum wieder. Sie war ihm ausgewichen, weil sie Angst gehabt hatte, der Dolch würde seine Brust durchstoßen. Im Nachhinein kam es ihr überaus dämlich vor, der Dolch war nicht im Ansatz spitz und ihre Arme nicht stark genug, um einen solchen Panzer zu durchstechen. Ihr Gegenüber grinste höhnisch. Wut stieg in ihr auf und sie hätte ihm am liebsten dafür eine verpasst. Nur war sie sich ziemlich sicher, dass danach ihre Hand und nicht sein Gesicht schmerzen würde. Eine Antwort auf seine rhetorische Frage, die dann folgte, ließ sie aus zwei Gründen bleiben. Erstens, er wollte keine Antwort und zweitens ging es ihn nichts an.
Sie wollte schreien und weinen und toben zugleich, als er ihren Dolch ergriff und sie mit Worten erniedrigte. Doch das Schlimmste daran war, er hatte ja Recht. Bevor sie etwas Dummes tun konnte, tauchte eine ganze Schar von Reitern auf und ehe sie sich versah, stand der Prinz mit zwei bedrohlich wirkenden Schwertern vor ihr und hielt ihr den Fluchtweg frei.
Seinem wirschen Ton war es zu verdanken, dass ihre Beine sich bewegten, ansonsten wäre sie womöglich geblieben und hätte zugesehen, wie er sich gegen die Angreifer schlug. Wie gerne hätte sie ihm das selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht gewaschen, nachdem er besiegt auf der Erde lag. Diesen Traum konnte sie vergessen, jetzt und auch später, wenn sie die Beine nicht in die Hand nahm, also lief sie los.
Sie kam nicht weit, da brach von links ein Bandit durch die Böschung und stellte sich ihr in den Weg. Einen Haken schlagend nahm sie eine andere Richtung und rannte um ihr Leben. Das Schnaufen hinter ihr bedeutete, dass der Kerl sich ihr an die Fersen geheftet hatte. Noch immer hielt sie den Dolch in der Hand, während sie rannte. Sie wich den Bäumen aus, die sich ihr in den Weg stellten und hinterließ tiefe Abdrücke in der Erde. Als sie einen ihrer Stiefel verlor, stolperte sie irritiert einige Schritte und starrte verwirrt auf die Stelle, wo ihr Schuh Knietief in Schlamm steckte. Der Bandit schloss zu ihr auf und griff nach ihr. Mit einem Aufschrei riss sie den Dolch durch die Luft und Blut spritze ihr auf den Helm und ins Gesicht. Sie sah in eine klaffende Wunde, die das Gesicht ihres Angreifers zierte und ließ vor Schreck die Waffe fallen. Der Mann schrie wutentbrannt und versuchte sie zu erreichen, doch Daryaa hatte sich umgedreht und hastete weiter.
Sie warf immer wieder einen Blick über ihre Schulter, doch der Bandit blieb zurück und ihm folgten vorerst keine weiteren. Als sie schließlich in einer Sackgasse landete, weil vor ihr ein Abgrund auftauchte, überlegte sie nicht lange. Sie ergriff den erstbesten Ast, den sie zu packen bekam und machte sich an den Aufstieg. Die Angst verlieh ihr die nötige Kraft, sich in drei Meter Höhe auf einem dicken Vertreter niederzulassen. Sie nahm den Helm ab, um richtig durchatmen zu können. Völlig außer Atem, den Schweiß in Rinnsalen zwischen ihren Schulterblättern und Brüsten hinabfließend, wartete sie auf weitere Gefahr.

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Torwin

Er ritt so lange, wie seine Stute konnte. Obwohl er die Reiterin schon nach kurzer Zeit aus den Augen verloren hatte, fand er alle Nase lang einen abgeknickten Ast, Hufspuren oder niedergetrampeltes Gras. Entweder das Pferd war aus einer hervorragenden Zucht hervorgegangen, oder aber die Wölfe hatten es aufgesteckt. Er stieg auf die Stute, nachdem er am Boden die Spuren untersucht hatte und trieb sie gen Norden an. Durch seinen Ritt bewegte er sich vom eigentlichen Berg fort, aber wenn sich sein Verdacht bestätigte, wollte er wissen, was diese Dame dazu veranlasst hatte, sich unter die Herrschaften zu mischen und vielleicht brauchte sie seine Hilfe. Die Sonne brannte heiß auf die Erde nieder, was er unter den Bäumen kaum spürte, weil die dicht bewachsenen Äste die wärmenden Strahlen ausblendeten. Prinzipiell war es ein schöner Tag, wenn eine Wolfsmeute ihn nicht dazu veranlasst hätte, seinen Platz am Wasser aufzugeben. Abgesehen davon, war er wegen etwas anderem hier, schöne Tage konnte er auch daheim auf seinem Balkon verbringen. Da seine Berater ihn ungerne aus ihren Fängen und ihm nur in seinen Räumlichkeiten die nötige Privatsphäre ließen, konnte er sich nicht in den Garten stehlen. Deshalb war ihm der Aufenthalt am Bach sehr willkommen gewesen.
Bald sah er ganz deutlich Hufabdrücke, die dichter beieinander waren, was bedeutete, dass das Pferd langsamer lief. Er trieb seine Stute noch einmal an, doch die schien von ganz alleine ihren Weg zu nehmen. Torwin wartete ab, wohin sie lief und verließ sich auf ihre Instinkte. Bisher hatten sie ihm gute Dienste erwiesen. Womöglich war die Stute in der Gegend schon ausgeritten und kannte sich im Gegensatz zu ihm aus. Es überraschte ihn nicht, als sie schließlich an einem Bach ankamen, auf die Instinkte war wie erwartet Verlass. Als er jedoch das andere Pferd erblickte, auf das die Stute zielstrebig zuhielt, regte sich ein ungutes Gefühl in ihm. Er zog an den Zügeln und brachte die Stute zum Stehen. All seine Sinne waren geschärft und er horchte auf seine Umgebung, während er sie mit den Augen absuchte. War die Reiterin bei dem wilden Galopp heruntergefallen? Sie hatte sehr überstürzt aufbrechen müssen, vielleicht hatte sie keinen festen Sitz im Satten gehabt und war schon früh heruntergefallen.
„Mylady, seid ihr hier irgendwo?“ Er strich sich die Kapuze vom Kopf, damit er nicht so bedrohlich wirkte, wie mit den Schatten im Gesicht. Der Hengst kam auf sie zu und Torwin schwang sich in einer fließenden Bewegung vom Pferderücken. Seine Hand lag auf dem Schwertknauf an seiner Seite, um jeglicher Gefahr sofort entgegentreten zu können. Noch immer ließ er seine Augen wachsam über die Umgebung wandern und obwohl sie sich jede Mühe gab, regungslos und mucksmäuschen Still zu verharren, entdeckter er sie hinter einem Busch. Ihre Rüstung fing die Sonne ein und hatte sie durch das Reflektieren verraten. Er änderte seine Richtung und ging langsam auf sie zu.
„Mylady, kommt hervor. Ich habe kein Interesse daran, euch zu verletzen. Ihr habt mein Wort.“ In einem sicheren Abstand zu ihr blieb er stehen und hoffte seine Worte somit zu untermauern. Seine Stute bandelte inzwischen mit dem Hengst an, was ihn dazu veranlasste, darauf zu schließen, dass sie sich kannten. Das wiederum bedeutete, dass die Dame aus dem Palast oder unmittelbar aus dessen näheren Kreisen kommen musste. Torwin fragte sich, was eine solche Dame dazu veranlasst hatte, am Turnier teilzunehmen. Wussten die Richter davon? Sicherlich wollte der König nur Männer in diesem Rennen haben. Würde man ihr die Hände zur Bestrafung abhacken, damit sie nie wieder Zügel halten konnte? Bevor das geschah, würde er sich für die Dame einsetzen, aus welchen Beweggründen auch immer sie unter den Mitstreitern war. Denn eines war klar, sie war nicht durch Zufall in diesen Wäldern, er hatte ihre Rüstung erkannt. Sie war einer der Reiter gewesen, die der Prinz vor versammelter Mannschaft zu demütigen gedenkt hatte.
„Ihr kommt vom Hof, Mylady?“ Weil er sich sicher war, dass in der Gegend keine Gefahr lauerte, nahm er die Hand vom Schwert.
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BeitragThema: Re: No Wedding   So 18 Feb 2018, 14:46

Jonathan


In der Zwischenzeit hatte Jonathan den ganzen Banditenclan hinter sich reiten. Sein Hengst wieherte und sprang über die Hindernisse, die ihm in den Weg lagen. Ein, zwei banditen waren ihm durchgegangen, sodass die Prinzessin jetzt vorsichtig sein musste. Hoffentlich versteckte sie sich.
Ein prüfender Blick über die Schulter verriet ihm, dass es um die 15- 20 Verfolger sein mussten. Wieso hatte er sich auch für diese Göre, in solch einer Gefahr geritten. Noch dazu war es mittlerweile hell, dass hieß, er konnte die Banditen noch schlechter abhängen.
Die Sonne strahlte und als er an einen verwundeten Banditen vorbei galoppierte, staunte er nicht schlecht. Aus Angst hatte sie doch ganz gute Reaktion, hieß sie konnte nicht weit gekommen sein. Ein paar Banditen hielten bei ihrem Kollegen. Acht Leute, das war durchaus machbar. Nach einigen Kilometer, riss er die Zügel von seinem Hengst herum und stand somit, den acht Banditen gegenübern. Gekonnt zückte er wieder sein blutgetränkten Schwerter und ritt auf die Bande zu. Einen nach den anderen, durchstach er die Kleidung, die sie trugen, sodass sie leblos zu Boden fielen.Bis nur noch er und sein nun blut gesprenkeltes Pferd im mitten des Massakers standen.
Die Banditen hatte ihn gut erwischt. Er sah sich um, ob sie wohl noch hier in der Nähe war.
Gleich würde dieser Teil des Waldes nur von Banditen wimmeln. Wo war die Göre nur und würde sie ihm überhaupt ein Signal senden, wenn sie in seiner Nähe sein würde?
Ohne Pferd und ohne Erfahrung würde sie kaum lebend mehr hier raus kommen, ohne ihn. Hufgetrappel verriet ihm, dass die Banditen die Jagd wieder aufgenommen hatten.

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BeitragThema: Re: No Wedding   So 18 Feb 2018, 15:02

Gianna


Ein großer und gut gebauter Mann, ritt über die Lichtung und hielt vor Shadow. Mit aufgeblähten Nüstern begrüßte er seine Herzensdame. Während die beiden anbandelten, kam der Prinz in ihre Richtung. Beim ersten Mylady, dachte sie noch, sie hätte sich verhört. Beim zweiten war sie erstens sicher, dass er sie als Frau identifiziert hatte und zweitens, dass er sie eindeutig lokalisiert hatte. Sie griff zu der Scheide ihres Schwertes, umfasste den Griff, schoss hoch und hielt ihm das Schwert entgegen.
Sie wollte nichts sagen, sie hatte eine viel zu hohe Stimme weswegen sie einfach ein nicken ausstie0, um ihren Gegenüber zu zeigen, dass er ihr sagen sollte was er wollte. Mit einen wirkliche festen Griff, hielt sie das Schwert. Wahrscheinlich weil ihr das Adrenalin gerade hochschoss. Im Normalfall konnte sie sich jetzt auf ihren Hengst verlassen, doch dieser war gerade viel zu beschäftigt, als ihr zu helfen. Typisch mann halt.

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BeitragThema: Re: No Wedding   Di 20 Feb 2018, 23:10

Daryaa

Nachdem sie dem Banditen nicht nur entkommen war, denn inzwischen war sie sich sicher, dass er nicht mehr aufstehen und ihr folgen würde, blieb es eine ganze Weile ruhig. Das Vogelgezwitscher setze wieder ein, was dafür sprach, dass die Gefahr vorüber war und der aufkommende Wind, den sie zuerst liebend gern empfangen hatte, um sich die Hitze aus dem Körper zu kühlen, ließ sie nun frösteln. Noch immer pumpte ihr Herz das Blut glühend heiß durch ihre Adern und der Schreck saß ihr tief in den Knien. So weich, wie ihre Beine sich anfühlten, so schwer waren ihre Arme vom Klettern. Bevor sie freiwillig vom Baum kam, würde erst Einiges geschehen müssen. Sie strich sich die Haare aus der klebrigen Stirn und berührte dabei ihre Platzwunde. Der Schmerz war auf einmal so präsent, wie den vorigen Tag und sie sog scharf die Luft durch die Zähne.
Ein Klirren riss sie aus ihrer Idylle. Stahl traf auf Stahl und sie richtete sich auf ihrem Baum etwas auf. Viel konnte sie nicht erkennen, dafür trug der Wind die Geräusche zu ihr hinauf. So klang es, wenn die Ritter auf dem Hof ihre Übungskämpfe machten und die Laute zu ihrem Fenster hereindrangen. Klingen wurden pariert, Schmerzenslaute ertönten, Pferde wieherten. Woher kamen die ganzen Angreifer? Obwohl sie dem Prinzen vor wenigen Minuten noch den Tod an den Hals gewünscht hatte, so hoffte sie nun, dass er überlebte. Immerhin hatte er ihr geholfen und das gleich zwei Mal. Brauchte er jetzt vielleicht ihre Hilfe? Sofort verwarf sie den Gedanken wieder, so wie sie ihn einschätze, würde er sich niemals von einer Frau helfen lassen. Aber wenn er blutend am Boden lag? Würde sie ihm auch nicht helfen können, da sie nur kleine Schnittverletzungen und Blessuren zu versorgen wusste. Die Kampfgeräusche ebbten ab und sie machte sich auf ihrem Ast groß, in der Hoffnung, diesen eingebildeten Kerl auf seinem Ross vorbei reiten zu sehen. Würde er sie suchen? Sie war sich ganz sicher, dass er sie Prinzessin genannt hatte und eine Prinzessin würde er doch sicher nicht alleine im Wald bei Banditen lassen? Zumal er indirekt um ihre Hand anhielt, außer er hatte mehr Interesse an Gianna, das würde dann ihr Pech sein.
Egal, wie eingebildet er sein mochte, alleine war sie anscheinend aufgeschmissen. Und ohne ihr Pferd alle Male.
Metall blitze zwischen den Bäumen auf und sie wäre beinahe vor Schreck und Erleichterung vom Baum gefallen, als er an ihr vorbei ritt. Dafür schlug ihr Helm mit einem lauten Knall unten am Boden auf, als sie sich überstürzt am Baumstamm festhielt und ihn dafür loslassen musste.


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Torwin

Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie wie eine Verrückte, mit ihrem Schwert hinter dem Busch auftauchte. Es war ein eintrainierter Ablauf, den er Jahre lang geübt und immer wieder im echten Leben erprobt hatte. Noch während sie hinter dem Strauch erschien, hatte er sein Schwert bereits gezogen und so standen sie sich, Klinge an Klinge, gegenüber. Er war näher gewesen, als sie vermutete hatte, beschloss er, ansonsten hätte sie sicherlich nicht so wagemutig mit dem Schwert vor seiner Nase rumgefuchtelt. Wobei er an ihrer Stelle vermutlich genauso gehandelt hätte. Er sah die gespannten Muskeln an ihren Fingern, den starren Blick und das auffordernde Nicken und beschied, dass es besser war, wenn er sein Schwert wieder einsteckte. Er selbst war sich seiner Absichten bewusst, dass sie nicht wissen konnte, ob er die Wahrheit sprach, war nur legitim. Zur Not, sollte sie wirklich auf ihn losgehen, würde er immer noch schneller sein Schwert ziehen können, als sie zuschlug. Er bemerkte ihren Blick zu den Pferden und war froh, dass sie an ihm vorbei musste, um zu ihrem Hengst zu gelangen. Ansonsten wäre sie mit Sicherheit schon auf dem Rücken dieses Wildpferdes und in der Ferne verschwunden.
„Mylady, ich bin mir sicher, der König hat nur männlichen Anwärtern die Teilnahme am Turnier erlaubt. Wie Ihr unter uns kamt, ist mir ein Rätsel, doch fürchte ich, dass der König nicht erfreut wäre, solltet Ihr als Sieger aus diesem Rennen hervorgehen.“ Er versuchte ihr damit zu sagen, dass ihr Leben wohl auf dem Spiel stand, sollte der König herausfinden, dass sie sich unter die Teilnehmer gemogelt hatte.
„Wenn Ihr wünscht, würde ich euch zurück zum Schloss geleiten, das wäre eine sicherere Reise. In diesen Wäldern lauern Banditen, die vor einem edlen Fräulein keinen Halt machen.“ Er kratze sich im Nacken. Es verunsicherte ihn, lediglich die Augen seines Gegenübers sehen zu können. Nur ein Feigling versteckte sein Gesicht. Ein richtiger Mann stand zu seinen Taten. Nur war dies vor ihm kein Mann und obwohl er sie enttarnt hatte, hielt sie eisern an ihrem Helm fest. Störrisches Weib, dachte er.
Sein Ziel war es nicht, ihr Angst zu machen und sie somit zu bewegen, ihm zu erlauben, dass er sie begleitete, doch vielleicht war sie sich der Gefahren dieses Wettkampfs nicht bewusst. Ihm selbst war bis gestern nicht klar gewesen, um was es bei dem Wettkampf wirklich ging.
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BeitragThema: Re: No Wedding   Fr 23 Feb 2018, 20:47

Jonathan


Der Prinz irrte durch die naheliegende Umgebung, doch von der Prinzessin war keine Spur zu sehen. Ihm war bewusst, dass ihm nicht mehr viel zeit blieb. Der Hengst schüttelte schon ein paar zu oft den Kopf, um seinen Besitzer zu warnen. Doch er konnte sie hier nicht alleine lassen. Im Hellen würde sie nun auffallen. Die Blätter waren nicht blickdicht genug, um sich vor Banditen zu schützen, die diesen Wald auswendig kannten.
Er trieb seinen Hengst weiter vorwärts und beobachtete die Gegend genau, natürlich lokalisierte er jegliche Geräusche, die er wahrnehmen konnte. Irgendwann ritt er unter einem Baum entlang und ein metallisches Klirren ließ sein Pferd kurz scheuen. Er fasste die Zügel enger und riss den Hengst rum, doch hinter ihm stand nichts. Nur ein Helm befand sich auf den Boden. Erst als lange braun gewellte Haare sein Blickfeld kreuzten, entspannte sich die Situation und er legte die Hand von dem Knauf seines blutbetränkten Schwertes.
"Nennt man das neuerdings Verteidigung?", fragte er nun seinen Gegenüber, der sich krampfhaft an den Ast festhielt. Amüsiert beobachtete er das Treiben.
"Wollt ihr mir jetzt immer noch nicht antworten? Selbst wenn ich weiß, dass ihr nicht taubstumm seid?"
Trotz der amüsanten Lage, durfte der Prinz nicht das wesentliche aus den Augen verlieren. Sie waren immernoch in einem Gefahrengebiet. Sein Hengst würde die beiden locker schaffen, dafür war er trainiert. Also trieb er das große Tier unter die Prinzessin und blickte in ihre giftgrünen Augen. "Darf ich sie zu diesen RItt einladen?", versuchte er es noch einigermaßen charmant. Hätte es doch bleiben lassen soll, weil es eher ironisch, als glaubwürdig rüberkam.
"Wir müssen los, Daryaa. Die Banditen sind nicht weit hinter uns!", kam nun der schroffere Ton, als sie sich nicht sofort bewegte. Schließlich mussten sie noch einige Kilometer zurücklegen und seine Kumpanen waren bestimmt schon näher an den Berg, als er es zur zeit war.

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